Auch 2010 guten Impfschutz gegen Blauzungenkrankheit erreicht

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Bern, 15.07.2010 – Über 70 Prozent der Rinder und Schafe älter als drei Monate wurden 2010 gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Damit konnte ein guter Impfschutz aufrechterhalten werden, auch wenn die Rate leicht tiefer liegt als in den Vorjahren. Die Zahl der Meldungen über vermutete Nebenwirkungen ging stark zurück. Die Blauzungenkrankheit befällt Wiederkäuer und ist für Menschen ungefährlich.

Mit 71% lag die Impfrate leicht tiefer als 2009 (89%) und 2008 (77%). Gemäss Berechnungen wurde jedoch ein ausreichender Schutz gegen die Blauzungenkrankheit erreicht, da der so genannte Infektionsdruck dank der Impfkampagnen der Vorjahre deutlich geringer ist. Die leicht tiefere Impfrate erstaunt nicht, war die Blauzungenimpfung zwar auch 2010 obligatorisch, die Tierhaltenden konnten sich jedoch per Gesuch von der Impfpflicht abmelden. 14% nutzten diese Möglichkeit – mit grossen kantonalen Unterschieden von 0% in Genf bis zu über 30% in St. Gallen.

Die Zahl der Meldungen über vermutete Nebenwirkungen ging stark zurück. Bis Ende Juni gingen 2010 rund 130 Meldungen beim Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) ein. 2009 waren es im gleichen Zeitraum über 900. Auch wenn Nebenwirkungen bei Impfkampagnen stets möglich sind, ist bei den meisten Meldungen ein direkter Zusammenhang mit den Impfungen unwahrscheinlich.

Keine einzige Ansteckung mit der Blauzungenkrankheit konnte 2010 in der Schweiz nachgewiesen werden. Auch in den Nachbarländern wurden dieses Jahr dank den Impfkampagnen noch keine Fälle gemeldet. So entspannt die Seuchenlage im Moment ist – über das Vorgehen 2011 wird erst im Herbst zusammen mit den landwirtschaftlichen Organisationen und den kantonalen Veterinärämtern entschieden.

Die Blauzungenkrankheit ist im Oktober 2007 erstmals in der Schweiz aufgetreten. Sie befällt vor allem Rinder, Schafe und Ziegen. 2008, 2009 und 2010 wurde die Nutztierpopulation mit einer Impfkampagne geschützt. Die Schweiz ist in der Folge mit insgesamt 76 Fällen nur wenig betroffen.

Die Impfraten und Anzahl Abmeldungen pro Kanton und weitere Informationen finden Sie unter www.bluetongue.ch.


Adresse für Rückfragen

Marcel Falk, Bundesamt für Veterinärwesen, Kommunikation, 031 323 84 96


Herausgeber

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) – ab 2013 im EDI
http://www.bvet.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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