Auch grünblättriges Gemüse gut für die Augen

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Wädenswil, 15.12.2008 – Orangefarbene Rüebli sind gesund für die Augen – das ist bekannt. Aber auch grüne Blattsalate, Spinat und die grünen Teile von Lauch und Krautstiel können sich günstig auf die Sehkraft auswirken. Verantwortlich dafür sind gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Diesen auf der Spur sind Fachleute der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Gemüsesorten mit den höchsten Gehalten dieser Stoffe zu finden, um Ernährungstipps abgeben zu können.

Im Alter lässt die Sehkraft nach. Eine häufige Ursache dafür ist die altersbedingte Makula-Degeneration (siehe Kasten). Deshalb ist eine Ernährung wichtig, die sich positiv auswirkt auf die Makula, den so genannten gelben Fleck in der Netzhaut des Auges. Dabei hilft der Pflanzeninhaltsstoff Lutein, der verwandt ist mit dem beta-Karotin aus Rüebli. Lutein kommt vor allem in grünen Blättern in nennenswerten Mengen vor. Mit angepasster Ernährungsweise kann die Aufnahmemenge dieses günstigen Inhaltsstoffs erhöht werden.

Lutein im grünen Bereich

Erste Resultate der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW bestätigen, dass Spinat, Nüsslisalat und Rucola hohe Lutein-Mengen aufweisen. Auch zeigen die Analysen, dass Lutein in den dunkelgrünen Blättern eines Lauchstängels hoch konzentriert ist, während die hellgelben Blätter nur wenig und die weissen Teile gar kein Lutein enthalten. Das gleiche Bild ergibt sich für Krautstiele: Die Blätter weisen sehr hohe Gehalte auf, die Stiele sind praktisch luteinfrei. Je höher also der Blattanteil bei der Zubereitung von solchem Gemüse ist, desto mehr Lutein nimmt man zu sich.

Weitere Untersuchungen sind bei ACW geplant, weil die Lutein-Gehalte der Pflanzen auch von anderen Faktoren abhängen können – etwa von der Sorte oder der Jahreszeit beim Anbau.

Makula-Degeneration

Unter dem Begriff Makula-Degeneration wird eine Gruppe von Erkrankungen des Auges zusammengefasst, welche die Makula lutea betreffen (Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhaut, auch gelber Fleck genannt). Ist die Makula beeinträchtigt, nehmen Sehschärfe, Kontrastempfinden und Farbensehen ab. Zudem nimmt die Blendempfindlichkeit zu. Die häufigste Form der Makula-Degeneration ist die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD), die ab dem 50. Altersjahr auftreten kann. Durch die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung hat der Anteil der betroffenen Menschen deutlich zugenommen. Lutein im Essen kann mithelfen, die Sehkraft zu erhalten. Wie hoch die Lutein-Aufnahme für einen optimalen Effekt sein soll, ist allerdings noch unbekannt.


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Eva Arrigoni
Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW
Postfach, CH-8820 Wädenswil
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Herausgeber

AGROSCOPE
http://www.agroscope.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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