Bioethanolproduktion: wenig Potenzial auf Basis von landwirtschaftlichen Rohstoffen

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Bern, 25.06.2008 – Die Steuerbefreiung von biogenen Treibstoffen, welche ökologische und soziale Mindestanforderungen erfüllen, wird deren Verwendung fördern und einen offenen Markt schaffen. Das stellt der Bundesrat in seinem Bericht über die Entwicklungsperspektiven und die Rahmenbedingungen der Bioethanolproduktion in der Schweiz fest. Dass ein bedeutender Teil der landwirtschaftlichen Rohstoffe für diesen Absatzmarkt verwendet wird, ist jedoch nicht zu erwarten, weil die Nahrungsmittelproduktion mehr Potenzial bietet.

Der Bericht des Bundesrats beantwortet das Postulat Stähelin, das der Ständerat im März 2007 angenommen hat. Evaluiert werden im Bericht die Rahmenbedingungen der Bioethanolproduktion in der Schweiz nach der Steuerbefreiung von biogenen Treibstoffen im revidierten Mineralölsteuergesetz und der entsprechenden Verordnung. Die Steuerbefreiung gilt für biogene Treibstoffe, die eine positive Ökobilanz aufweisen und soziale Mindestanforderungen erfüllen – unabhängig von ihrer Herkunft. Ausgenommen sind Treibstoffe, deren Produktion die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln direkt konkurrenziert oder die Biodiversität gefährdet.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die staatliche Förderung inländischer Biotreibstoffe, wie sie in einigen Ländern praktiziert wird, eine kostspieligere Strategie zur CO2-Reduktion ist als die Schaffung von Anreizen zugunsten der Energieeffizienz. Sollte sich in der Schweiz ein Produktionszweig für biogene Treibstoffe entwickeln, so würde dieser hauptsächlich auf Importen und der Umwandlung organischer Abfälle und Restholz beruhen. Selbst wenn man von Extremhypothesen ausgeht, könnte die Produktion biogener Treibstoffe auf der Basis von landwirtschaftlichen Rohstoffen und organischen Abfällen höchstens einen Zehntel des gesamten Treibstoffverbrauchs abdecken. Der Schweiz mangelt es an landwirtschaftlicher Nutzfläche, um in grösserem Umfang als heute für die inländische Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln aufzukommen. Es ist kaum wahrscheinlich, dass grössere Anbauflächen für die Produktion biogener Treibstoffe umgenutzt werden; die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel bleibt aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver.


Adresse für Rückfragen

Jürg Jordi, Leiter Sektion Information des BLW, Tel. 031 322 81 28


Herausgeber

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
http://www.wbf.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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