Bundesrat will Frühwarnsystem bei Medikamentenengpässen einführen

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Bern, 06.06.2014 – Engpässe in der Versorgung mit Heilmitteln sollen künftig frühzeitig erfasst werden, um gegebenenfalls rasch geeignete Massnahmen in die Wege zu leiten. Der Bundesrat hat deshalb das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, eine entsprechende Informations- und Koordinationsplattform aufzubauen.

Obwohl die Schweiz über eine leistungsfähige pharmazeutische Industrie und ein effizientes, sicheres Verteilsystem für Medikamente verfügt, treten auch hierzulande immer wieder Versorgungsengpässe auf. Von temporären Engpässen ist das ganze therapeutische Spektrum betroffen, wobei Spitalpräparate im Vordergrund stehen. Bei rund einem Drittel der Lieferunterbrüche muss von versorgungskritischen, d.h. für das Gesundheitswesen unentbehrlichen Produkten gesprochen werden. Dazu zählen Medikamente aus dem Anästhesiebereich, intravenös verabreichte Antibiotika, Impfstoffe sowie wichtige und etablierte Therapeutika für die Krebsbehandlung.

Für die geplante Plattform soll im Sinne eines Frühwarnsystems eine Meldepflicht für ausgewählte, versorgungskritische Produkte eingeführt werden. Die Plattform, deren Aufbau im Laufe dieses und des nächsten Jahres geplant ist, soll eine rasche Erfassung der kritischen Produkte, die Ermittlung der Hauptgründe der Versorgungsengpässe und kurze Entscheidungsprozesse sicherstellen.

In einer ersten Phase melden die Pharmafirmen Engpässe bei vordefinierten versorgungskritischen Wirkstoffen. Die Liste wird auf möglichst wenige Wirkstoffe begrenzt sein, so dass die betroffenen Unternehmen der Meldepflicht rasch und mit möglichst wenig Aufwand nachkommen können. In einer zweiten Phase werden wiederholt von Engpässen betroffene Produkte einem System-Monitoring unterstellt. Dabei werden bei diesen Produkten die Lagermengen regelmässig erfasst. Diese Meldungen sollen elektronisch via eine Online-Plattform erfolgen. Als zentrale Stelle wird das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) sämtliche Meldungen entgegennehmen. Die Details dazu müssen vorgängig in einer Verordnung geregelt werden.

Unter der Federführung des BWL hatten zuvor die betroffenen Bundesstellen (BAG, Swissmedic, Armeeapotheke) sowie weitere Organisationen (Schweizerischer Verein der Amts- und Spitalapotheker, Die Spitäler der Schweiz H+, Kantone, Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, Interpharma, Intergenerika, scienceindustries), die Schaffung einer solchen Informations- und Koordinationsplattform geprüft. Sie werden auch bei den weiteren Arbeiten einbezogen.


Adresse für Rückfragen

Ueli Haudenschild, Leiter Geschäftsstelle Bereich Heilmittel,
Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL
Tel. 031 322 21 76, ueli.haudenschild@bwl.admin.ch


Herausgeber

Der Bundesrat
https://www.admin.ch/gov/de/start.html

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
http://www.wbf.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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