CITES-Artenschutzkonferenz mit wichtigen Fortschritten (zuletzt geändert am 25.06.2007)

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(Letzte Änderung 25.06.2007)

Bern, 14.06.2007 – An der 14. CITES-Vertragsstaaten-Konferenz in Den Haag sind wichtige Fortschritte erzielt worden. So wird künftig etwa der Handel mit dem europäischen Flussaal auf Nachhaltigkeit geprüft und beim Elfenbeinhandel konnte eine historische Einigung erzielt werden, die dem Schutz der Elefanten in Afrika dient. Insgesamt zieht die Schweizer Delegation eine positive Bilanz der zweiwöchigen Konferenz, die am Freitag enden wird.

Einige der wichtigsten Entscheide der Konferenz betrafen den Handel mit Elfenbein. Im Vorfeld hatten einige afrikanische Länder ein 20-jähriges Moratorium gefordert, andere wollten ihre Lagerbestände an Elfenbein verkaufen und das Geld in den Schutz der Elefantenpopulationen investieren. Der Handel mit Elfenbein ist, mit wenigen Ausnahmen, seit rund 20 Jahren grundsätzlich verboten.

 An der Konferenz fanden die afrikanischen Mitgliedsstaaten erstmals eine gemeinsame Lösung: Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika dürfen ihre bis Ende Januar 2007 aus natürlicher Mortalität und Hegemassnahmen gesammelten Elfenbeinbestände in einer einzigen, streng kontrollierten Aktion verkaufen und halten danach ein 9-jähriges Moratorium ein. Der Erlös des Verkaufes fliesst in Elefantenschutzprojekte unter Einbezug der betroffenen lokalen Bevölkerung. Der Entscheid ist ganz im Sinne des CITES-Abkommens: Arten durch eine gute Handelskontrolle zu schützen. Aus Sicht der Schweiz sind aber jetzt die wirklichen Probleme, nämlich der illegale Handel, die Wilderei und die Habitatzerstörung anzugehen. 

Auf der Agenda standen auch tropische Hölzer. Ein Aktionsplan soll die nachhaltige Ernte von Mahagoni bewirken und die Zusammenarbeit zwischen CITES und der Internationalen Tropenholzorganisation ITTO soll verstärkt werden. Die Schweiz ist ein wichtiger Geldgeber der ITTO, welche ihr Expertenwissen in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Hölzern einbringen kann. 

Die wichtige Rolle der Schweiz im Rahmen des Übereinkommens wurde an der Konferenz bestätigt: Die Vertreter wurden wiederum in sämtliche Gremien des Übereinkommens gewählt und als Depositarstaat hat die Schweiz auch im Verwaltungsausschuss Einsitz. An der Konferenz fand am Mittwoch zudem ein Ministertreffen statt. Dabei wurde das CITES-Übereinkommen als eines der erfolgreichsten internationalen Regelwerke zum Schutz der Natur gewürdigt. Ein nachhaltiger Handel mit Wildtieren und Wildpflanzen sei nicht nur für den Erhalt vieler Arten zentral, sondern auch wichtig in der Armutsbekämpfung. Für die Schweiz hat der Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen, Dr. Hans Wyss, teilgenommen. 

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen, kurz CITES genannt, besteht seit 1973 und hat heute 172 Vertragsstaaten. Darin werden über 30.000 Tier- und Pflanzenarten vor einer übermässigen Nutzung geschützt. Der Handel mit diesen Arten und Produkten daraus ist entweder grundsätzlich verboten (in Anhang I gelistete Arten) oder bewilligungspflichtig (in Anhang II gelistete Arten). Die nächste Vertragsstaaten-Konferenz findet in drei Jahren statt.


Adresse für Rückfragen

Marcel Falk, Kommunikation, Bundesamt für Veterinärwesen, 031 323 84 96


Herausgeber

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) – ab 2013 im EDI
http://www.bvet.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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