Die Schweiz ist ein Käseland

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Bern, 07.04.2017 – Rede von Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF 100 Jahre FROMARTE Kursaal Bern, 7. April 2017

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Herren Nationalräte
Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrter Herr Direktor
Meine sehr geehrte Damen und Herren,

100 Jahre sind es her, seit sich Käser und Milchkäufer zum Schweizerischen Milchkäuferverband zusammengeschlossen haben. In dieser langen Zeit hat sich in der Land- und Ernährungswirtschaft der Schweiz viel bewegt. Geblieben ist der Interessenverband der Käser – ich gratuliere Ihnen herzlich zum Jubiläum. Den Gründern des Verbandes ist es nicht in erster Linie um das Produkt Käse gegangen.

Vielmehr waren die Sicherung eines angemessenen Zwischengewinnes für die Mitglieder sowie die Stärkung und Unterstützung des einzelnen Mitgliedes im Kampf um seine Existenz die ersten Ziele des Verbandes. Ein durchaus legitimes Anliegen in der damaligen Zeit. Es brauchte einen starken Verband, der die wirtschaftlichen Interessen der Käser und Milchkäufer vertrat.

Der Schulterschluss hatte aber noch einen positiveren Effekt: Im Milchkäuferverband haben sich die Tradition und die Passion für den Käse, das Handwerk und die Geheimnisse der Herstellung gefunden und vereint. Fromarte, wie der Verband seit 1999 heisst, ist damit auch zum Bewahrer der Schweizer Käse-Tradition geworden.

Der Schulterschluss der verschiedenen Akteure der Käsebranche hat entscheidend dazu beigetragen, die schweizerische Käsewirtschaft zum berühmten Imageträger der Land- und Ernährungswirtschaft unseres Landes zu machen. Deshalb können wir heute stolz verkünden: Die Schweiz ist eine Käseland!

Dass wir eine Nation von Käseliebhabern sind, belegen auch die jüngst veröffentlichten Konsumzahlen: nicht weniger als 22,05 Kilogramm Käse haben Schweizerinnen und Schweizer im letzten Jahr konsumiert – immerhin 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren das 186›756 Tonnen Käse – leider nicht alles aus der Schweiz, muss man hier auch anfügen.

Schweizer Käse ist die strategische Erfolgsposition unserer Land- und Milchwirtschaft und auch unser wichtigstes landwirtschaftliches Exportprodukt. Der Käse nutzt im internationalen Wettbewerb die wertvollen Alleinstellungsmerkmale, über die die Schweizer Milchbranche verfügt.

Wir sind Weltspitze in Sachen Tierwohl, die Kühe sind in der Schweiz grossmehrheitlich auf der Weide (80 % RAUS) und sie fressen vor allem Gras (geringer Kraftfutter-Einsatz).

Dazu kommt eine hochstehende handwerkliche Käseproduktion.

Mesdames et Messieurs,

Nulle part ailleurs qu’en Suisse, la production du fromage n’est autant en symbiose avec la nature. Deux tiers des producteurs travaillent exclusivement avec du lait cru. L’expertise des fromagers, transmise de génération en génération, et la qualité supérieure du lait sont gages d’excellence. Et pourtant, il y a une ombre au tableau. Que ce soit en Suisse ou à l’étranger, l’économie laitière suisse perd des parts de marché, notamment en ce qui concerne le fromage.

Tel le constat que le Conseil fédéral dresse dans son rapport sur le lait, adopté cette semaine. Le rapport de change défavorable pour la filière suisse du lait ne saurait expliquer à lui seul ce phénomène.

Pour pérenniser la filière, il est essentiel de s’adapter aux nouvelles attentes de la population indigène et de parfaitement positionner les produits sur les marchés étrangers dans le segment du haut de gamme.

J’ai entière confiance en votre capacité de réussite. L’économie laitière suisse est d’ores et déjà étroitement intégrée au marché laitier international. Elle est donc également soumise à l’évolution des prix internationaux. Il ressort du rapport mentionné que le prix du lait suisse est fortement tributaire de facteurs exogènes, tels que le niveau des prix européens, le cours du change et les mesures de l’UE, comme la suppression des quotas laitiers.

Dans un contexte de volatilité croissante des prix mondiaux, le prix du lait suisse est soumis à d’importantes fluctuations. Il est par ailleurs influencé par la quantité de lait produite et par le niveau de soutien de l’État

Face à une telle internationalisation, il importe d’être proactif. Intervenir sur le marché n’est pas la solution pour relever le prix du lait en Suisse. Pour répondre aux défis qui se posent, il faut innover et optimiser la performance à tous les échelons de la chaîne de valeur ajoutée.

Meine Damen und Herren,

Was es braucht ist eine mutige Branche, die gemeinsam am selben Strick zieht und das Milchland Schweiz international mit hervorragenden Produkten positioniert. Die Käser werden ihren Teil dazu beitragen, da bin ich sicher. Der Bund seinerseits unterstützt die Branche in diesem Prozess durch Innovationsförderung sowie in der Beratung und Bildung.

Trotz rauer Winde auf den Märkten und den teilweise heftigen Auseinandersetzungen auf dem Milchmarkt ist Fromarte der starke und zukunftsorientierte Dachverband der gewerblichen Käsehersteller geblieben. Das hat der Verband vor allem seinen von den Mitgliedern geschätzten Dienstleistungen zu verdanken. Ein kleines Unternehmen wie eine gewerbliche Käserei ist heute mit einer Vielzahl von Anforderungen konfrontiert. Es ist nicht sinnvoll, dass jedes einzelne Unternehmen diese alleine löst.

Stattdessen sucht Fromarte Branchenlösungen und Dienstleistungen, die helfen, die Komplexität und somit den Kosten- wie auch Ressourcenaufwand für jeden einzelnen gewerblichen Betrieb zu reduzieren. Die dezentralen Strukturen der gewerblichen Käsehersteller bieten regionale Arbeitsplätze im ländlichen Raum und fördern die Eigenständigkeit der oft von Familien geführten Betriebe. Und auch das ist wichtig: In der 100-jährigen Geschichte der Fromarte hat sich eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit mit dem Bund etabliert.

Wunsch wäre, dass diese Beziehung sich so weiter entwickelt, im Interesse der schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft und der Schweizer Käsewirtschaft. Ich gratuliere FROMARTE und den Schweizer Käsespezialisten zum Jubiläum und wünsche Ihnen allen auch in Zukunft viel Elan und Energie bei der Weiterentwicklung der Schweizer Käsewirtschaft.

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.


Adresse für Rückfragen

Kommunikationsdienst WBF
Allgemeine Informationen
Bundeshaus Ost
3003 Bern
info@gs-wbf.admin.ch


Herausgeber

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
http://www.wbf.admin.ch

Bundesamt für Landwirtschaft
http://www.blw.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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