Fressnapf fordert einen stressfreien Silvester für Haus- und Wildtiere

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(Dietikon)(PPS) Der Jahreswechsel bedeutet für viele einen Neustart. Doch für Haustiere und Tiere in der freien Natur geht damit vor allem eines einher: Stress. Tiere leiden unter den Feuerwerken zu Silvester – die lauten Geräusche und grellen Lichter versetzen sie in Angst. Darum fordert Fressnapf Schweiz, im Sinne des Haus- und Wildtierschutzes, einen ruhigen und stressfreien Silvester.

Schweizweit sagen immer mehr Städte und Gemeinden öffentliche Feuerwerke ab und appellieren gleichzeitig an die Bevölkerung, auf Feuerwerke und Knallkörper zu verzichten. Dabei geht es vor allem darum, in der aktuellen Situation rund um Corona Krankenhäuser und medizinisches Personal nicht auch noch durch Verletzungen im Zuge von Feuerwerken zu belasten. Fressnapf Schweiz begrüsst diese Entwicklung: „Wir befürworten die Absagen von grossen Feuerwerken. Dieses Umdenken ist gut für Mensch und Tier. Denn für Haustiere und wildlebende Tiere bedeuten Feuerwerke puren Stress. Wir appellieren auch an Privatpersonen im Sinne des Tierschutzes, zum Jahreswechsel auf Feuerwerke und Knallkörper zu verzichten. Wir wünschen uns einen ruhigen, stressfreien Silvester. Das schont die Tierwelt und tut auch unserer Umwelt gut“, sagt Hermann Aigner, Geschäftsführer Fressnapf Schweiz.

Wildvögel werden durch Feuerwerke massiv gestört

Neben Haustieren werden auch Wildtiere vom Silvestertrubel negativ beeinflusst. Auch wenn sie oft unbemerkt bleiben, leben in Städten und in Siedlungsräumen eine Vielzahl an wildlebenden Tierarten. Untersuchungen zeigen, dass vor allem Wildvögel durch Feuerwerke massiv gestört werden. Sie werden in der Nacht aufgeschreckt und flüchten. Dadurch entsteht grosser Stress bei den Tieren. Zudem verlieren sie viel Energie, die sie gerade im Winter zum Überleben brauchen. Viele der Vögel kehren nach einem solchen Schreck nie mehr an ihre gewohnten Brut- und Schlafplätze zurück. Weitere Folgen können Orientierungslosigkeit und Sichtbehinderung durch grelles Licht und Rauch sein, wodurch es zu Kollisionen und Verletzungen kommen kann. „Die Vogelvielfalt in der Schweiz ist beeindruckend. Um diese zu erhalten und den Vögeln unnötigen Stress zu ersparen, wünschen wir uns einen Silvester ohne Feuerwerke und Lärm. Beobachten Sie doch lieber mit Ihrer Familie das bunte Treiben am Futterhäuschen und lernen Sie die Vielfalt unserer winterlichen Vogelwelt kennen: Denn nur was man kennt, kann man auch schützen“, so Aigner.

Verzicht auf Feuerwerk für Mensch, Tier und Umwelt

Ein Silvesterfeuerwerk kann nicht nur Panik bei Tieren auslösen, es kann auch der Gesundheit schaden. Bei der Zündung von Knallkörpern werden Schwefeldämpfe freigesetzt, die Augen und Schleimhäute von Tieren reizen. Der Lärm kann im schlimmsten Fall zu einem Hörsturz führen. Erhöhter Feinstaub, chemische Dämpfe und lautes Knallen können sich sowohl bei Tieren, als auch bei Menschen negativ auf die Gesundheit auswirken. Dazu kommen jährlich viele Verletzungen beim Zünden der Feuerwerkskörper. Ausserdem belasten abgebrannte Raketenkörper, Kunststoffteile und Quellmittel die Umwelt. Sie sorgen Jahr für Jahr für unnötigen Müll.

Stressfrei durch den Silvesterabend

Vierbeiner haben es zu Silvester nicht leicht. Aus diesem Grund sollten Tierbesitzer alles dafür tun, um den Jahreswechsel für ihre tierischen Begleiter so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Fressnapf-Tierexperten geben Tipps für eine entspannte Silvesternacht:

Rückzugsmöglichkeiten für Katzen

  • Richten Sie Ihren Katzen Rückzugsorte ein, etwa Kuschelhöhlen, die möglichst weit weg von der Silvesterknallerei liegen.
  • Sie sollten jederzeit die Möglichkeit haben, Ihre Nähe zu suchen.
  • Freigänger-Katzen lassen Sie am Silvestertag bestenfalls nicht mehr aus der Wohnung.
  • Wer pflanzliche Beruhigungsmittel wie z. B. Rescue-Tropfen auf Bachblütenbasis einsetzen möchte, muss einige Tage vor Silvester mit der Anwendung beginnen. Achten Sie dabei auf alkoholfreie Zubereitungen.
  • Die Tropfen sollten Sie direkt auf den Maulschleimhäuten verabreichen. Darüber hinaus gibt es Produkte auf Pheromon-Basis, die als Sprays, Halsbänder oder Verdampfer angeboten werden. Diese Pheromone sollen dafür sorgen, dass sich die Tiere geborgen fühlen.
  • Fenster und Rollläden schliessen sowie evtl. Vorhänge ziehen
  • Radio oder Fernseher laufen lassen
  • Die tägliche Routine beibehalten, zuhause bleiben

Hunden Sicherheit vermitteln

  • Die letzte Gassi-Runde am besten auf den späteren Nachmittag verlegen und unbedingt an der Leine führen.
  • Für Spaziergänge ein gut sitzendes Brustgeschirr und eine stabile Leine wählen.
  • Lassen Sie einen ängstlichen Hund an Silvester bitte nicht alleine zu Hause. Wenn das mitternächtliche Feuerwerk dann startet, machen Sie so wenig Aufhebens wie möglich darum. Früher wurde empfohlen, die Angst des Hundes zu ignorieren, um ihn nicht darin zu bestärken. Diese Annahme ist aber längst widerlegt. Wenn Ihr Tier sich Schutz suchend an Sie wendet, bieten Sie ihm Körperkontakt. Jedoch nicht trösten – somit bestätigen die Annahme, dass etwas Schlimmes im Gange ist.
  • Manchen Hunden hilft es, wenn man ihnen ein enganliegendes Kleidungsstück anzieht. Denn ein sanfter, kontinuierlicher Druck auf den Brustkorb des Hundes – vergleichbar mit dem „Pucken“ von Säuglingen – wirkt beruhigend.
  • Andere Hundehalter schwören auf Klangboxen, die mit hochfrequenten Klangwellen beruhigen sollen. Manche sind sogar so einstellbar, dass Sie die Geräuschkulisse selbst nicht hören.
  • Vorbereitungen treffen: Kuscheldecke, Lieblingsleckerli, Intelligenzspielzeug zum Ablenken und Beschäftigen
  • Kauartikel beschäftigen den Hund für eine längere Zeit und entspannen ihn gleichzeitig
  • Fenster und Rollläden schliessen sowie evtl. Vorhänge ziehen
  • Radio oder Fernseher laufen lassen
  • Rückzugsmöglichkeiten bieten
  • Mit ruhiger Stimme aus einem Buch vorlesen
  • Abgabe von Anti-Stress-Mittel für Hunde

Kleintiere im Gehege lassen

  • Am besten aufgehoben sind Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen zu Silvester in ihrem vertrauten Gehege.
  • In einem dem Feuerwerk abgewandten Raum stellen und abdunkeln. Eine Decke über dem Gehege dämmt Geräusche.
  • Einige Kräuter haben eine beruhigende Wirkung und können am Silvesterabend in kleinen Mengen verfüttert werden. Dazu zählen: Melisse, Thymian, Dill und Kamille.
  • Sind Kleintiere im Aussenstall unmittelbar dem Lärm von Raketen und Knallern ausgesetzt, sollten Sie sie in die Wohnung holen. Ansonsten helfen auch hier Decken vor den Käfigtüren gegen Lichtblitze und dabei, Geräusche für die Tiere auf ein erträglicheres Mass zu dämmen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.fressnapf.ch/de/kundenservice/ratgeber/entspannt-bei-feuerwerk

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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