Gefährliche Potenzmittel aus dem Internet

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Bern, 06.09.2013 – Neue Analysen von Swissmedic haben neue Erkenntnisse ergeben: Potenzmittel aus dem Internet sind zum Teil absichtlich und massiv überdosiert und deshalb gefährlich. Und: Immer wieder wird den Erektionsförderern ein Schmerzmittel beigemischt – allerdings ohne Deklaration.

Swissmedic hat dieses Jahr im eigenen Labor rund 100 Erektionsförderer analysiert, die vom Zoll beschlagnahmt worden waren. Rund Dreiviertel der Produkte enthielten den falschen Wirkstoff oder den deklarierten Wirkstoff in einer zu tiefen bzw. zu hohen Dosierung.
Neu: Bei mehreren Produkten war eine mehrfache Überdosierung des Wirkstoffes deklariert und auch enthalten. Dies ist medizinisch höchst bedenklich, weil bei Überdosierung keine Verbesserung der erektilen Funktion resultiert, sondern nur Nebenwirkungen häufiger auftreten. So zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Bei einem Produkt, das ein Schweizer Tourist auf einem Strassenmarkt in Bangkok erworben hatte, waren 500 mg Tadalafil deklariert – das ist das 25-Fache der zugelassenen Höchstdosis. Tatsächlich enthalten war stattdessen aber Sildenafil, ein anderes Potenzmittel in üblicher Dosierung.

Schmerzmittel
Ein weiterer bedenklicher Befund war der nicht deklarierte Zusatz von Diclofenac, einem Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung. Nimmt ein Patient bereits ein solches Präparat ein (beispielsweise zur Behandlung einer Arthrose), kann es zu einer Häufung kommen, welche die Gesundheit erheblich gefährdet.
Die regelmässige Einnahme eines solchen illegalen Präparats kann zu dyspeptischen Beschwerden bis hin zu Magen- Darm- Blutungen führen, deren Ursache nicht eruiert werden kann, weil diese Beimengung unbekannt ist. Diclofenac fanden die Experten von Swissmedic in fünf Mustern – mit unterschiedlicher Dosierung – unter dem Namen „Nizagara“ sowie in drei weiteren Produkten.

Swissmedic hat die Behörden anderer Länder über diese neuen Analysenresultate informiert, so dass nicht nur in der Schweiz, sondern auch international gefährliche Präparate aus dem Verkehr gezogen werden können und Patienten vor unerwünschten Wirkungen bewahrt werden können.

Swissmedic warnt die Bevölkerung eindringlich vor dem Kauf und der Konsumation von Arzneimitteln aus dem Internet.


Adresse für Rückfragen

Swissmedic, Schweizerisches Heilmittelinstitut
Daniel Lüthi, Leiter Medienstelle
Tel. 031/ 322 02 76
media@swissmedic.ch


Herausgeber

Swissmedic, Schweizerisches Heilmittelinstitut
http://www.swissmedic.ch/

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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