Jugendsexualität 2008 – Mythen und Fakten

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Bern, 20.11.2008 – Wie erleben Jugendliche ihre Sexualität? Was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Welches sind die Chancen und Risiken der neuen Medien? Wie steht es um die Sexualerziehung an den Schweizer Schulen? Und vor allem: was haben die Jugendliche selbst zu sagen? Diese Fragen stehen im Zentrum der diesjährigen „Bieler Tagung“ der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ). Das nationale Fachseminar findet am 20. und 21. November in Biel statt und beleuchtet die Themen aus Perspektive der Jugendlichen selbst, mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, mit Fachleuten aus der Praxis.

Nach Bildern zu Sexualität muss nicht lange gesucht werden: sie bieten sich einem auf Schritt, Blick und Click an: Plakate, Filme, Internet pop-ups mit sexuellen Inhalten gehören zu unserem Alltag. Die Jugendlichen wachsen in einer Umwelt auf, die in vielen Aspekten (über)sexualisiert ist und den Ton und eben insbesondere die Bilder dazu angibt. Wie frei können sie unter diesen Bedingungen ihre eigenen sexuellen Wünsche und Vorstellungen entfalten?

Identitätssuche und Sexualität sind zwei Themen die im Mittelpunkt der Jugendphase stehen und eng miteinander verknüpft sind, so gehört die sexuelle Orientierung, die Wahrnehmung der eigenen körperlichen und psychischen Sinnlichkeit zentral zur Identitätsfindung. Und beide, Erotik und Identität, haben viel mit Imagination und Freiheit zu tun.

Welchen Schranken begegnen die Jugendlichen in einer zumindest oberflächlich sexuell sehr aufgeklärten Gesellschaft? Wie erleben sie ihre Sexualität? Welches sind Ihre Wünsche? Wie viel Wissen ist vorhanden? Sind Bi- und Homosexualität „in“ oder immer noch ein Tabu? Welche Rolle spielen veränderte Geschlechterrollen?

Die EKKJ möchte Antworten auf all diese Fragen – und zwar vor allem von den Jugendlichen selbst. Mit einer Online-Umfrage (auf ciao.ch und tschau.ch) kommen Jugendliche aus der französischen und deutschen Schweiz zu Wort. Tessiner Jugendliche haben in der Videoproduktion strusiAMO ihren Vorstellungen zur Thematik Ausdruck verliehen. Kinder einer Kleinklasse rücken ihre Bilder in der vielseitigen Ausstellung „Liebe, Sexualität, Freundschaft“ ins Licht. Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft informieren über die historische Dimension, die Rolle der Medien, Erkenntnisse aus jugendpsychiatrischer Sicht, Situation und regionale Unterschiede der Sexualerziehung im schulischen Kontext. Fachleute aus der Praxis diskutieren mit den Teilnehmenden in Workshops verschiedenste Aspekte von Sexualität: Rollenbilder, Behinderung, kulturelle Lebenswelten, Homosexualität u.v.m. Die Aufführung „Parlez-moi d’amour“ der Theaterkompagnie „Le Caméléon“ aus der Romandie verleiht der Tagung einen künstlerischen Rahmen.

Am Freitag Abend geht die Tagung zu Ende, aber noch lange nicht die Arbeiten der EKKJ zum Thema Jugendsexualität. Im 2009 veröffentlicht die Kommission ihren Bericht mit Resultaten, erweiterten Forschungsergebnissen und politischen Forderungen im Zusammenhang mit der Bieler Tagung 2008.


Adresse für Rückfragen

Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ)
Effingerstrasse 20
3003 Bern
ekkj-cfej@bsv.admin.ch – www.ekkj.ch
031 322 92 26
Andrea Ledergerber 079 443 85 67
Nancy Bodmer 079 736 37 67


Herausgeber

Kommissionen des EDI

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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