Konsumentinnen und Konsumenten schwanken zwischen mehr oder weniger zuckerhaltigem Joghurt

Rate this post

Liebefeld (BE), 18.10.2010 – Die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP hat eine Untersuchung bei Konsumentinnen und Konsumenten durchgeführt. Diese mussten Joghurt mit verringertem Zuckerzusatz probieren. Wenn auch die Mehrheit der Prüfpersonen das süsseste Joghurt bevorzugte, so wurden die Varianten mit reduziertem Zuckergehalt durchaus geschätzt.

Ständig auf der Suche nach bekömmlichen und wohlschmeckenden Produkten, interessiert sich die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP auch für Joghurt. Dabei versucht ALP herauszufinden, wie Konsumentinnen und Konsumenten auf einen verringerten Zuckergehalt in ihrem geliebten Joghurt  reagieren.

Drei verschiedene Zuckeranteile
Den Besuchern der Swiss’expo Lausanne und der BEA in Bern wurde Joghurt zum Verkosten angeboten. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer testeten drei Varianten mit einem unterschiedlichen Gehalt an zugesetztem Zucker von 10%, 7% und 5%. In der Schweiz enthält  ein Joghurt im Durchschnitt  einen Zuckeranteil von 10%. Die Testpersonen hatten die Wahl zwischen Erdbeer- und Mokkageschmack. Sie mussten Fragen zur allgemeinen Beurteilung des Produkts, zum idealen Zucker- und Geschmacksstoffgehalt sowie über ihre Konsumgewohnheiten beantworten.

Erdbeer und Mokka
56% der Männer wählten Erdbeergeschmack, 53% der Frauen entschieden sich für das Mokkaaroma. Unabhängig vom gewählten Aroma gaben die Testpersonen dem süssesten Joghurt den Vorzug. Auf einer Skala von 1 bis 9 (mit 9 als Bestnote) erhielten diese Joghurts eine durchschnittliche Note von 7,5 (Erdbeere) und von 6,8 (Mokka).

Der Joghurt mit 30% weniger Zuckeranteil (d.h. 7% hinzugefügtem Zucker) wurde als recht angenehm beurteilt und erhielt eine Note 6. Was den Mokkageschmack betrifft, so akzeptierten die Frauen ein Joghurt mit 10% hinzugefügtem Zucker  genauso gut wie ein Joghurt mit 7%. Für beide Geschmacksrichtungen gilt, dass das Joghurt mit dem geringsten Zuckergehalt als unangenehm eingestuft wurde.

Weniger Zucker, weniger Geschmack
Um besser verstehen zu können, welche Faktoren die allgemeine Beurteilung der Joghurtprodukte beeinflussen, wurden die Testpersonen angefragt, die Menge an Zucker und Aroma auf einer Skala von 1 bis 9 einzustufen, wobei die Note 5 die Idealmenge darstellte. Obwohl alle Proben den gleichen Geschmacksstoffgehalt enthielten und nur der Zuckergehalt unterschiedlich war, empfanden die Teilnehmer die Geschmacksintensität als zu niedrig, wenn der Zuckergehalt verringert war. Dieses Phänomen galt sowohl für Mokka- als auch für Erdbeerjoghurt.

Den Geschmack erhalten
Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger Personen in der Bevölkerung ist es wichtig, den Konsum von Zutaten zu verringern, die im Hinblick auf die Ernährung nachteilig sein können. In der Schweiz hat sich ein Grossverteiler das Ziel gesetzt, bis März 2011 die je nach Geschmacksrichtung hinzugesetzten 7 bis 13 Gramm Zucker um 10% zu verringern. Wie die Untersuchung von ALP zeigte, hat Joghurt mit verringertem Zuckergehalt gute Chancen, akzeptiert zu werden.

Die milchverarbeitenden Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, eine Rezeptur zu finden, die den Ernährungsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht wird und dabei gleichzeitig die geschmacklichen Eigenschaften des Produkts wahrt.


Adresse für Rückfragen

Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP
Patrizia Piccinali
Schwarzenburgstrasse 161
3003 Bern
Tel.: 031 323 81 62
E-Mail: patrizia.piccinali@alp.admin.ch


Herausgeber

AGROSCOPE
http://www.agroscope.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

Kommentar hinterlassen zu "Konsumentinnen und Konsumenten schwanken zwischen mehr oder weniger zuckerhaltigem Joghurt"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.