Lohnforderungen 2023 des Schweizerischen Bankpersonalverbandes

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4.5% für alle! Teuerungsausgleich von 3.5% – plus 1% generell (oder monatlich CHF 150.-) 

(Zürich)(PPS) Die Banken haben im Geschäftsjahr 2022 erneut ansprechende Gewinne ausgewiesen. Die bis jetzt publizierten Resultate sind für das Geschäft in der Schweiz fast ohne Ausnahme gut bis sehr gut. Auch die Konjunkturaussichten sind trotz gewisser Unwägbarkeiten weiterhin positiv und die Schweizer Wirtschaft befindet sich – trotz Ukrainekrieg und Pandemie – in stabiler Verfassung.

Teuerung und gestiegene Lebenshaltungskosten treffen alle!

Die Teuerung steigt für das laufende Jahr markant an – gemäss neuesten Schätzungen des Bundesamts für Statistik liegt sie per Ende Juli im Vorjahresvergleich bei 3.4 %. Ohne Ausgleich verlieren die Arbeitnehmenden substanziell. Bei einem Jahreseinkommen von CHF 100’000.- bedeutet das ein Kaufkraftverlust von CHF 283.- monatlich. 

Die Krankenkassen kündigen massive Prämienerhöhungen (bis zu 10%) an, und die generell zu verzeichnenden Mietpreiserhöhungen sowie die absehbar massiv steigenden Heizkosten werden die meisten belasten. Auch diese Mehrkosten werden auf die Kaufkraft durchschlagen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die höheren Preise bereits im laufenden Jahr anfallen, obwohl ein Ausgleich der Teuerung erst im folgenden Jahr wirksam wird. Deshalb ist es unumgänglich, dass auch die Reallöhne effektiv erhöht werden. Dies ist insbesondere gerechtfertigt, weil die konjunkturellen Aussichten weiterhin gut sind. Nur schon aus gesamtwirtschaftlicher Verantwortung heraus sollten die Arbeitgeber der Bankenbranche die Teuerung in jedem Fall ausgleichen. 

Mobil-flexibles Arbeiten in der Bankbranche etabliert

Die u.a. durch mobil-flexibles Arbeiten entstandenen Produktivitätsgewinne und Einsparungen unter den Bedingungen der Pandemie müssen allen zugutekommen. Überdies hat die Schweizerische Nationalbank in ihren Erhebungen substanzielle Erträge branchenweit festgestellt, während der gesamthafte Personalaufwand über die letzten 5 Jahre branchenweit gesunken ist. 

Lohnerhöhungen werden dann als fair empfunden, wenn alle etwas erhalten und die Kriterien für individuelle Lohnerhöhungen zudem transparent gemacht werden. Im Gegensatz dazu werden in gewissen Positionen namentlich im Investmentbanking sogar bei Verlusten des Geschäftsbereichs Boni auf nicht nachvollziehbaren Grundlagen ausgerichtet. Für den gewöhnlichen Bankangestellten erscheinen diese angeblich leistungsabhängigen Vergütungsbestandteile erklärungsbedürftig. 

Die Banken als Arbeitgeber und die Zukunft der Branche 

Auf dem Arbeitsmarkt findet derzeit eine Machtverschiebung in Richtung Arbeitnehmende statt. Bereits jetzt sind Fachkräfte knapp. Der Abgang der Babyboomer aus dem Erwerbsleben und der mangelnde Nachwuchs werden das Problem des Fachkräftemangels in den kommenden Jahren generell weiter verschärfen. Mit einer substanziellen Erhöhung der Löhne investieren Unternehmen in ihre eigene Zukunft. Gemäss Prognosen ist der Arbeitsmarkt für Bankpersonal bereits jetzt in einigen Bereichen ausgetrocknet. Die Branche hat in den letzten 13 Jahren einen enormen Imageverlust erlitten, von dem sie sich erst teilweise erholt hat. Diesem kann nur durch weitsichtige und konsequente Lohnpolitik begegnet werden. Zwar handeln die Banken individuelle Lohnerhöhungen aus, um die guten Leute zu halten, jedoch müssen sie insgesamt als Arbeitgeberinnen attraktiv bleiben. Eine die Kaufkraft erhaltende Lohnentwicklung gehört genauso dazu wie faire und transparente Vergütungssysteme. Dies verlangt eine generelle Reallohnerhöhung branchenweit von 1% für alle. 

Lohnerhöhungen sind das Gebot der Stunde: Wir fordern den Teuerungsausgleich von 3.5% für alle – plus 1% generell – oder monatlich CHF 150.-. Die erfolgten Gewinnausschüttungen, aber auch die unveränderte Boni-Politik in vielen Banken zeugen davon, dass generelle Lohnerhöhungen möglich und verkraftbar sind.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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