Rekordjahr für Ethanol

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Bern, 24.02.2011 – Im Jahr 2010 hat Alcosuisse, das Profitcenter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), so viel Ethanol verkauft wie nie zuvor. Der Absatz von Bioethanol stieg ebenfalls, ohne jedoch das volle Potenzial auszuschöpfen. Die Steuereinnahmen von Spirituosen erreichten im 2010 den höchsten Stand der letzten zehn Jahre. Der Marktanteil der im Inland hergestellten Spirituosen ist nach dem sehr schlechten Vorjahr wieder auf 18 Prozent angestiegen. Der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen bleibt mit 1,6 Liter reinem Alkohol stabil.

Die Wirtschaftslage in der Schweiz hat sich 2010 für Produkte mit Ethanol in vielen Branchen erholt. Mit 41,4 Millionen Kilogramm Verkaufsvolumen (+12 % gegenüber 2009) erreichte Alcosuisse einen historischen Absatzrekord. Durch eine geschickte Einkaufspolitik und dank des anhaltend starken Frankens konnte Alcosuisse die Verkaufspreise für Ethanol im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent senken.  

Bioethanol: Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft

Nach mehrjähriger Pionierarbeit hat sich Alcosuisse per 1. Oktober 2010 aus dem Bioethanolmarkt zurückgezogen und den Stab der Privatwirtschaft übergeben. 2010 hat sich der Bioethanolabsatz mit 2,5 Millionen Kilogramm (entspricht rund 3,2 Millionen Litern) gegenüber dem Vorjahr zwar erheblich erhöht (knapp 50%), bleibt aber im Vergleich zum benachbarten Ausland nach wie vor bescheiden. Das Potenzial dieses nachhaltigen Biotreibstoffs ist beträchtlich, jedoch existieren weiterhin zahlreiche Markthürden. Diese bestehen laut einer im Auftrag der EAV durchgeführten externen Studie («Bioethanol: Marktöffnung voller Hindernisse», Marcel Ott, Herbst 2010) vor allem im schwerfälligen Nachweisverfahren zur Einhaltung der ökologischen und sozialen Mindestanforderungen, in der Nichtunterstellung von Bioethanol unter die Pflichtlagerhaltung und in der Schwierigkeit, die Nachfrage mit nachhaltigem Bioethanol zu decken.

Gute Nachricht für die AHV, die IV und die Kantone

Die Steuereinnahmen von Spirituosen sind gegenüber dem Vorjahr um rund 3,3 Millionen Franken auf 294,4 Millionen Franken angestiegen. Dies sind die höchsten durch die EAV erzielten Steuereinnahmen der letzten zehn Jahre. Der Reinertrag der EAV fliesst zu 90 Prozent in die Kasse der AHV/IV und kommt somit der gesamten Bevölkerung zugute. Die restlichen 10 Prozent erhalten die Kantone, welche diese Mittel zur Bekämpfung der Ursachen und Folgen von Suchtproblemen verwenden müssen.

Höherer Marktanteil inländischer Spirituosen und stabiler Pro-Kopf-Konsum

Auch die inländische Produktion von Spirituosen hat sich positiv entwickelt. Auf das «schlechteste Brennjahr seit Beginn der statistischen Erfassung» folgte 2009/2010 ein ertragsreicher Jahrgang. Die Produktionsmenge war gar die höchste seit fünf Jahren. Zudem erhöhte sich der Marktanteil der Inlandspirituosen von 13 auf 18 Prozent und erreicht wieder den Stand der letzten Jahre. Diese erfreuliche Entwicklung kann aber nicht über den anhaltend tiefen Marktanteil der Inlandspirituosen hinwegtäuschen, welcher vor 1999 noch bei über 50 Prozent lag. Der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen bewegt sich seit bald zwanzig Jahren zwischen 1,5 und 1,7 Liter reinem Alkohol. Im Jahr 2010 liegt er bei 1,6 Liter reinem Alkohol.

«Alkohol in Zahlen»

Weiterführende Informationen zu den wichtigsten statistischen Angaben zum Alkohol liefert die Publikation «Alkohol in Zahlen», die jeweils Mitte des Jahres von der EAV herausgegeben wird.


Adresse für Rückfragen

Nicolas Rion, Kommunikationsleiter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), info@eav.admin.ch, 031 309 12 64


Herausgeber

Eidg. Alkoholverwaltung (bis 12.2017)
http://www.ezv.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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