Schmuggel von Bienenvölkern aufgedeckt

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Bern, 24.05.2012 – In enger Zusammenarbeit haben die Eidg. Zollverwaltung (EZV), kantonale Veterinärämter, Bieneninspektoren, der Verein deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde VDRB sowie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) einen grossangelegten Schmuggel von Bienenvölkern aufgedeckt. Um die Einschleppung von Bienenkrankheiten und Parasiten zu verhindern, mussten Dutzende von Völkern vernichtet werden.

Ein Drittel der weltweiten Ernährung hängt von der Bestäubungsleistung der Bienen ab. Die Biene ist hinter den Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier. Bienenverluste wie im letzten Winter sind deshalb ein gravierender Einschnitt für die Imkerbranche.

Eine Firma -angeblich aus dem Kanton Zug- nutzte die Bienenvölkerverluste, die im letzten Winter entstanden sind aus und bot Imkern in der ganzen Schweiz via Internet sogenannte Kunstschwärme zum Preis von 135 Franken an. Der Lieferant gab den Interessenten am Telefon an, es handle sich um Schweizer Bienen, vornehmlich aus dem Tessin. Auf Hinweis des VDRB schöpfte das Zuger Veterinäramt Verdacht, weil die Bildung von Kunstschwärmen in dieser Jahreszeit in der Schweiz gar nicht möglich war. Ausserdem war die Firma in der Innerschweiz nicht auffindbar. Die Zollfahndung wurde eingeschaltet und weitere Ermittlungen eingeleitet. Am 1. Mai 2012 gelang es der Grenzwache, illegale Einfuhren über verschiedene unbesetzte Grenzübergänge im Raum Rafz aufzudecken.

Weitere Abklärungen der Schweizer Zollfahndung zusammen mit den kantonalen Veterinärämtern und Bieneninspektoren sowie dem Bundesamt für Veterinärwesen ergaben, dass weitere Imker Bienenvölker illegal eingeführt hatten. Um die Verschleppung von Seuchen oder Parasiten zu verhindern, mussten Dutzende Völker (Kunstschwärme) vernichtet werden.

Gesundheit der inländischen Bienen in Gefahr

Durch den illegalen Import von Bienen besteht ein erhebliches Risiko, dass gefährliche Krankheitskeime und Parasiten wie der kleine Beutenkäfer oder die Tropilaelaps-Milbe eingeschleppt werden. Die Gefährlichkeit von solchen Parasiten zeigt das Beispiel der Varroa-Milbe. Diese wurde vor rund 25 Jahren aus Asien durch den Import von Bienen eingeschleppt. Seither müssen die heimischen Bienenvölker regelmässig durch die Imker behandelt werden. Ohne diese Pflege würden sämtliche Völker eingehen. Die Varroa-Milbe und die durch diese Parasiten begünstigten Krankheitserreger werden zudem als Hauptursache für das Bienensterben genannt.


Adresse für Rückfragen

Regula Kennel, Mediensprecherin BVET
Tel. 031 323 84 96


Herausgeber

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) – ab 2013 im EDI
http://www.bvet.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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