Schweizer erobern Schloss Chillon

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Besonderes Geschäftsjahr 2021 der Fondation du Château de Chillon

(Veytaux)(PPS) Das Schloss Chillon schliesst das Geschäftsjahr 2021 trotz Pandemielage mit fast 200’000 Eintritten ab. Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz dominieren mit mehr als 65% die Gästeherkunft, eine Ausnahme in der Geschichte der Festungsanlage. 2022 stehen rund 40 Veranstaltungen auf dem Programm. Das Highlight stellt die Sonderausstellung «Caroline Tschumi, Prinzessinnen im Rampenlicht» dar.

Seit dem 19. Jahrhundert empfängt das Schloss Chillon mehrheitlich internationale Besucher. Der wohl Berühmteste war der Engländer Lord Byron, dessen Werk «Der Gefangene von Chillon» den Aufenthalt eines etwas weniger freiwilligen Gastes der Festungsanlage beschreibt. 2021 übertrifft das Schweizer Publikum die Zahl der internationalen Besucher; eine Ausnahme in der Geschichte der meistbesuchten historischen Attraktion der Schweiz.

Positive Bilanz fürs 2021 trotz Pandemie

Die Fondation du Château de Chillon (FCC) schliesst das Geschäftsjahr 2021 trotz dreimonatiger Schliessung mit insgesamt 196’114 Eintritten ab. Das sind knapp 47% mehr als im Vorjahr (133’712 Besucher), als das Schloss pandemiebedingt rund vier Monate geschlossen werden musste. Trotz Defizit zieht die Direktorin der FCC, Marta Sofia dos Santos, für 2021 eine positive Bilanz: «Die Gesundheitssituation ist weiterhin unsicher und wirkt sich auf den Kultur- und Tourismussektor aus. Dennoch haben wir die Besucherzahlen dank eines personalisierten Online-Ticketverkaufs stabilisiert und ein massgeschneidertes Sommerprogramm organisiert».

Deutschschweizer dominieren den Gästemix

Im Vergleich zum internationalen Publikum waren Schweizer Gäste mit 65% in der Mehrheit. Die Deutschschweizer lagen dabei mit 54% deutlich vor den Romands (43%) und den Tessinern (3%). Die positive Entwicklung der Deutschschweizer Eintritte entspricht einem nun seit mehr als zehn Jahren anhaltenden Trend. Im nationalen Ranking besetzt Frankreich mit 9% den zweiten Platz. Es folgten die USA (4%), Deutschland (3%), Spanien (2%) und Italien (1%). «Die erfreuliche Entwicklung der Schweizer Eintritte zeigt uns, dass wir mit unserer Strategie, den heimischen Markt zu bearbeiten, richtig liegen» so Claude Ruey, Präsident der FCC

Kulturvermittlung neu inszeniert

Während der Pandemie erneuerte das château de Chillon™ sein kulturelles Angebot. Etwa mit einer Vortragsreihe, die aus der wissenschaftlichen Publikation Vies de princesses? Les femmes de la Maison de Savoie (XIII-XVIe siècle) von Fanny Abbott und Nathalie Roman entstand. «Während einer Pandemie ist es ein Glücksfall, wenn man weiterhin qualitativ hochwertige Ausstellungen anbieten kann, gleichzeitig sein Programm der Kulturvermittlung anzupassen weiss und dabei die Gesundheitsnormen einhalten kann», so Ruey.

Ausblick: ein reichhaltiges Programm 2022

Für 2022 sind insgesamt 40 grössere und kleinere Veranstaltungen geplant. Dazu gehören eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst mit dem Titel «Caroline Tschumi, Prinzessinnen im Rampenlicht» ab dem 9. September, die berühmte Nacht des Schreckens oder auch der Schweizer Schlössertag. Das Programm ist unter chillon.ch einsehbar.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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