Strompreise 2011: Im Durchschnitt steigen die Tarife für Haushalte um rund 2 Prozent, für Gewerbebetriebe um 3 bis 4 Prozent

Rate this post

Bern, 07.09.2010 – Rund 450 Schweizer Stromversorger haben per Ende August der ElCom die Strompreise 2011 mitgeteilt. Ein Durchschnittshaushalt in einer 5-Zimmerwohnung bezahlt im nächsten Jahr durchschnittlich 20.2 Rappen pro Kilowattstunde, rund 2% mehr als im laufenden Jahr. Für Gewerbebetriebe beträgt der Aufschlag 3 bis 4% auf durchschnittlich 19.7 Rp./kWh. Die Erhöhungen werden in den meisten Fällen durch die Energietarife verursacht, die um durchschnittlich 5 bis 8% gestiegen sind. Konsumentinnen und Konsumenten können die neuen Tarife auf der Strompreis-Webseite der ElCom abrufen.

Bern, 07. September 2010 – Per 31. August 2010 mussten die Schweizer Verteilnetzbetreiber ihre Elektrizitätstarife für das nächste Jahr der ElCom und ihren Kunden bekannt geben. Rund 450 Netzbetreiber sind dieser Pflicht pünktlich nachgekommen.

Gemäss Berechnungen der ElCom präsentiert sich die Situation wie folgt:

  • Während rund 75% der Stromversorger die Tarife erhöhen, können rund ein 20% der Netzbetreiber ihre Tarife geringfügig senken. 5% der Stromversorger lassen ihre Tarife unverändert.
  • Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 4’500 Kilowattstunden pro Jahr in einer 5-Zimmerwohnung bezahlt im nächsten Jahr durchschnittlich 20.2 Rp./kWh (rund 2% mehr als 2010).
  • Ein durchschnittlicher Gewerbebetrieb mit einem Verbrauch von 30’000 kWh pro Jahr bezahlt im nächsten Jahr durchschnittlich 19.7 Rp./kWh (3 bis 4% mehr als 2010).

Die Erhöhungen werden in den meisten Fällen durch Aufschläge bei den Energietarifen getrieben, die um durchschnittlich 5 bis 8% gestiegen sind. Die Netznutzungsentgelte bleiben im Schnitt unverändert, ebenso die Abgaben an die Gemeinwesen.

Die Änderungen der Tarife gegenüber 2010 sind regional sehr unterschiedlich ausgefallen. Das in der Vergangenheit vorhandene Ost-West-Gefälle bei den Strompreisen ist nach wie vor vorhanden. So ist der Strom in der Romandie und im Espace Mittelland generell teurer als in der Nordostschweiz.

Beim Vergleich der Strompreise gilt es ferner zu beachten, dass es grosse individuelle Abweichungen geben kann, je nachdem, wieviel Strom ein Verbraucher zu welchem Zeitpunkt konsumiert (Verbrauchsprofil).

Ab sofort können Konsumentinnen und Konsumenten die Tarife 2011 der einzelnen Gemeinden und Verteilnetzbetreiber auf der Strompreis-Webseite der ElCom www.strompreis.elcom.admin.ch abrufen und miteinander vergleichen.

Die Daten der Strompreis-Übersicht stammen direkt von den Netzbetreibern und werden von der ElCom umgehend veröffentlicht. Die Verantwortung für die Qualität der Daten liegt deshalb bei den Netzbetreibern. Einzelne Netzbetreiber haben die Daten leider nicht fristgerecht eingereicht. Für diese Netzgebiete können daher noch keine Tarife abgerufen werden. Die ElCom hat die betroffenen Netzbetreiber gemahnt.

Die vier Komponenten des Strompreises

1. Netznutzungstarif 
Preis für den Stromtransport vom Kraftwerk bis ins Haus. Mit den Einnahmen werden die Wartung und der Ausbau des Stromnetzes finanziert, also zum Beispiel Freileitungen, Masten und Transformatoren.

2. Energiepreis
Preis für die gelieferte elektrische Energie. Diese Energie erzeugt der Netzbetreiber entweder mit eigenen Kraftwerken, oder er kauft sie von Vorlieferanten ein. Der Preis darf den Marktpreis an der Europäischen Strombörse EEX nicht übersteigen.

3. Abgaben an das Gemeinwesen
Kommunale und kantonale Abgaben und Gebühren. Darunter fallen z.B. Konzessionsabgaben oder lokalpolitische Energieabgaben.

4. Förderabgabe (KEV)
Bundesabgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (kostendeckende Einspeisevergütung KEV). Die Höhe der Abgabe wird jährlich vom Bundesamt für Energie festgelegt. Die Abgabe ist überall gleich hoch und beträgt 2011 unverändert 0.45 Rp./kWh.

Über die ElCom

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes, trifft die dazu nötigen Entscheide und erlässt Verfügungen.

Sie überwacht die Strompreise und kann Absenkungen verfügen oder Erhöhungen untersagen. Ferner entscheidet sie als richterliche Behörde bei Differenzen betreffend den Netzzugang oder die Auszahlung der kostendeckenden Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. Sie überwacht zudem die Versorgungssicherheit im Strombereich und regelt Fragen betreffend den internationalen Stromtransport und -handel.

Die sieben Kommissionsmitglieder der ElCom wurden vom Bundesrat bis Ende 2011 gewählt. Sie sind von der Elektrizitätswirtschaft unabhängig. Die ElCom wird von alt Ständerat Carlo Schmid-Sutter präsidiert. Sie wird unterstützt von einem 31-köpfigen Fachsekretariat in Bern unter der Leitung von Rechtsanwalt Renato Tami.


Adresse für Rückfragen

Carlo Schmid-Sutter, Präsident, Tel. 079 311 45 11
Frank Rutschmann, Kommissionssekretär, Tel. 076 202 11 22

Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom
3003 Bern
Tel. +41 (0)31 322 58 33
Fax +41 (0)31 322 02 22
E-Mail: info@elcom.admin.ch

www.elcom.admin.ch


Herausgeber

Eidgenössische Elektrizitätskommission
http://www.elcom.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

Kommentar hinterlassen zu "Strompreise 2011: Im Durchschnitt steigen die Tarife für Haushalte um rund 2 Prozent, für Gewerbebetriebe um 3 bis 4 Prozent"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.