Überwachung funktioniert: Harmloses Vogelgrippe-Virus gefunden

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Bern, 04.12.2006 – Bei zwei Stockenten, die bei der ordentlichen Wasservogeljagd auf dem Neuenburgersee erlegt wurden, ist ein harmloses Vogelgrippe-Virus gefunden worden. Die Untersuchungen wurden am Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe in Mittelhäusern durchgeführt. Bei solchen niedrigpathogenen Viren sind keine Schutzmassnahmen nötig, da weder eine Gefährdung für das Hausgeflügel noch für Menschen in der Region besteht. Der Fund bestätigt jedoch die Wirksamkeit der Vogelgrippe-Überwachung: Seit Anfang Oktober sind bereits 167 Vögel untersucht worden. Bei keinem wurde das Vogelgrippe-Virus H5N1 nachgewiesen.

So entspannt die Lage in Westeuropa noch ist, weltweit grassiert der Vogelgrippetyp H5N1 weiter. Vor allem in Asien und Afrika kommt es immer wieder zu Ausbrüchen beim Geflügel und in der Wildvogelpopulation. Nach heutigem Wissensstand ist deshalb auch diesen Winter davon auszugehen, dass Wildvögel mit H5N1 entdeckt werden (1. Vogelgrippefall im vergangenen Winter am 26. Februar 2006).

Wachsamkeit ist deshalb weiterhin nötig. Die Schweiz hat auch diesen Herbst ein breites Überwachungsprogramm gestartet: Auf dem Bodensee (im Rahmen des Forschungsprojektes Constanze) und Sempachersee werden Wasservögel in Reusen gefangen und beprobt, am Neuenburger- und Genfersee werden bei der Jagd erlegte Vögel untersucht und in der gesamten Schweiz werden tot aufgefundene Wasservögel, falls sich mindestens zwei an einem Ort befinden, auf Vogelgrippe-Viren geprüft.

Wachsam müssen auch die Geflügelhaltenden bleiben. Die üblichen Hygieneregeln und das seit dem 15. Oktober rund um grössere Gewässer geltende Freilandhaltungsverbot gilt es wie bis anhin strikt umzusetzen. An der Grenze wird das seit 2004 geltende Importverbot wegen der Vogelgrippe nach wie vor durch verstärkte Kontrollen an den Flughäfen überwacht.

Bislang wurden in der Schweiz 32 Wildvögel mit H5N1 entdeckt – alle zwischen dem 26. Februar und dem 31. März 2006. Der Vogelgrippetyp H5N1 grassiert in Südostasien seit Jahren und hat sich vergangenen Winter nach Europa und Afrika ausgebreitet. Die Vogelgrippe ist eine Tierkrankheit geblieben und stellt für Menschen nur bei engem Kontakt mit erkranktem Hausgeflügel eine Gefahr dar.


Adresse für Rückfragen

Marcel Falk,
Bundesamt für Veterinärwesen,
031 323 84 96


Herausgeber

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) – ab 2013 im EDI
http://www.bvet.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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