Vogelgrippe-Bekämpfung auf neuestem Stand

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Bern, 15.11.2006 – Der Bundesrat hat am 15. November die Vorsorge und die Bekämpfung der Vogelgrippe neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Erfahrungen der vergangenen Monate angepasst. So sind nun Schutzmassnahmen beim Auffinden von infizierten Wildvögeln gesetzlich verankert. Die entsprechenden Änderungen der Tierseuchenverordnung treten am 1. Januar 2007 in Kraft.

Die Ausbreitung der Vogelgrippe des Typs H5N1 über Asien, Afrika und Europa liess Länder weltweit ihre Bekämpfungskonzepte überarbeiten. Während die Einschleppungsgefahr über Importe von Geflügel und -produkten seit langem bekannt ist, so ist die Ansteckung von Geflügel durch infizierte Wildvögel ein bis anhin kaum beachtetes Risiko. Vieles, was bislang in Notverordnungen und Technischen Weisungen geregelt war, wird nun in der Tierseuchenverordnung verankert. Dazu gehören die Massnahmen bei infizierten Wildvögeln und die Registrierungspflicht für alle Geflügelhaltungen. Damit muss, wer eine Geflügelhaltung aufbaut, dies dem Veterinäramt des Kantons genauso melden wie jene, die mit der Geflügelhaltung aufhören.

Neu wird die Bekämpfung von so genannten niedrigpathogenen Vogelgrippeviren separat geregelt. So befallene Betriebe werden künftig vorübergehend gesperrt. Dies ist nötig, da niedrigpathogene Viren das Geflügel zwar kaum krank machen, sich jedoch in für Geflügel tödliche Viren verwandeln können.

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest oder Aviäre Influenza genannt, ist seit über 70 Jahren in keiner Geflügelhaltung der Schweiz mehr aufgetreten. Im Februar und März dieses Jahres wurde jedoch der Vogelgrippe-Typ H5N1 bei 32 verendeten Wildvögeln nachgewiesen. Auch in diesem Winter ist mit infizierten Wildvögeln zu rechnen. Das Bundesamt für Veterinärwesen hat deshalb ein breites Überwachungsprogramm aufgebaut, um lebende Wasservögel, aber auch tot aufgefundene und bei der Jagd erlegte, auf Vogelgrippe zu untersuchen. Zudem wurde diesen Herbst zusammen mit Deutschland und Österreich das Forschungsprogramm „Constanze“ gestartet. In den kommenden drei Jahren wird rund um den Bodensee zur Vogelgrippe geforscht und ein Wissen aufgebaut, welches die Vorsorge und Bekämpfung in der gesamten Schweiz verbessern soll.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Veterinärwesen unter www.bvet.admin.ch > Tiergesundheit > Vogelgrippe und unter www.projekt-constanze.info.

Die revidierten Verordnungen finden Sie unter www.bvet.admin.ch bei der entsprechenden Medienmitteilung.


Adresse für Rückfragen

Marcel Falk,
Kommunikation,
Bundesamt für Veterinärwesen,
Tel. 031 323 84 96


Herausgeber

Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
http://www.wbf.admin.ch

Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) – ab 2013 im EDI
http://www.bvet.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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