Wie süss ist unser Grundwasser?

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Wädenswil, 07.05.2009 – Der künstliche Süssstoff Acesulfam ist in zahlreichen Light-Produkten enthal-ten. Die Substanz wird weder im menschlichen Körper noch später in den Kläranlagen abgebaut. Wissenschafter der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW konnten Acesulfam erstmals in zwei Dritteln der untersuchten Grundwasserproben nachweisen. Anhand von Acesulfam ist es daher möglich, den Weg von häuslichem Abwasser über Kläranlagen und Flüsse bis ins Grundwasser zu verfolgen und die Qualität des Grundwassers zu überprüfen.

Kalorienarme Ernährung liegt im Trend, künstliche Süssstoffe ersetzen den Zucker. Der Süssstoff Acesulfam beispielsweise wird in beträchtlichen Mengen konsumiert und vom menschlichen Körper fast vollständig wieder ausgeschieden. Aus den Haushalten gelangt Acesulfam über die Kanalisation in die Kläranlagen. Doch was geschieht dann mit dem Süssstoff?

Die Experten der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW wollten es genau wissen und haben erstmals eine Methode zum Nachweis von Acesulfam in Abwasser und Gewässern entwickelt. Wasserproben wurden im Kanton Zürich von kommunalen Kläranlagen, vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), vom kantonalen Labor und von der Wasserversorgung Zürich zur Verfügung gestellt.

Vom Abwasser in den Fluss, dann ins Grundwasser

Die ACW-Fachleute fanden heraus, dass der Süssstoff in den Kläranlagen nicht abgebaut wird und somit in Flüsse und Seen gelangt. In dicht besiedelten Gebieten findet man erwartungsgemäss mehr Acesulfam als in ländlichen Regionen. Der Süssstoff geht aber noch weiter: In zwei Dritteln der untersuchten Grundwasserproben war er nachzuweisen. Die Daten zeigen, dass Acesulfam hauptsächlich durch Versickern von Flusswasser ins Grundwasser gelangt. Acesulfam könnte aber auch auf eine lecke Kanalisationsleitung hinweisen.

Wasserqualität sicherstellen

Kenntnisse über die Herkunft des Wassers und mögliche Verschmutzungsquellen sind zentral, denn Grundwasser ist in der Schweiz eine wichtige Trinkwasser-Ressource. Da das Grundwasser oft nicht weiter behandelt wird, hat man Acesulfam auch in einigen Trinkwasserproben nachweisen können. Die gemessenen Konzentrationen sind nach heutigem Kenntnisstand unbedenklich und liegen weit unter der geschmacklichen Wahrnehmungsgrenze.

Mittels Acesulfam ist es möglich, die Belastung des Grundwassers durch häusliches Abwasser von anderen möglichen Belastungsquellen, z. B. Landwirtschaft oder Verkehr, zu unterscheiden. Die entwickelte Methode erlaubt das Aufspüren von weniger als einem Promille Abwasseranteil und trägt zur weiteren Qualitätsüberprüfung des Grundwassers bei.


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Ignaz Bürge
Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW
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E-Mail: ignaz.buerge@acw.admin.ch
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Mediendienst
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Herausgeber

AGROSCOPE
http://www.agroscope.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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