Ziegenmilchprodukte in der Ernährung

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Bern, 19.06.2007 – Ziegenmilchprodukte stossen bei Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur wegen ihres charakteristischen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer ernährungsphysiologischen Eigenschaften auf Interesse. Forschung und wissenschaftliche Literatur über Ziegenmilch in der menschlichen Ernährung sind jedoch bescheiden. Die Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP nimmt diese Thematik unter die Lupe.

Die Produktionsmenge von Ziegenkäse hat sich zwischen 2000 und 2005 von 403 auf 698 Tonnen gesteigert, was einem Anstieg um 70% entspricht. Neben traditionellem Halbhartkäse, oft saisonal als Alpkäse produziert, gewinnen Weichkäse mit Weissschimmel und vor allem auch cremige Frischkäse immer mehr an Bedeutung.

Allergien bei Kindern
Im neuen ALP aktuell werden die Unterschiede zwischen Tatsachen und falschen Vorstellungen dargelegt. Die Autoren  weisen darauf hin, dass Ziegenmilch für Kuhmilchallergiker nicht immer verträglich ist. In den meisten Fällen reagieren Personen, die auf ein bestimmtes Kuhmilchprotein allergisch sind, auch empfindlich auf ein ähnliches Protein in der Ziegenmilch. Hingegen vertragen ungefähr 40 % aller Kinder, die unter einer Kuhmilchallergie leiden, Ziegenmilch. In bestimmten Fällen führt Ziegenmilch zu einer Linderung verschiedener Beschwerden oder lässt diese sogar ganz verschwinden. Momentan fehlen jedoch wissenschaftliche auf Immunologie und biologischen Mechanismen basierende Daten dazu.

Nährstoffquelle
In diesem neuen Merkblatt informieren die Autoren über die ernährungsphysiologischen Faktoren von Ziegenmilchprodukten. Auch den gesundheitlichen Aspekten des Ziegenmilchkonsums werden behandelt. Neben der Allergieproblematik befassen sich die Autoren mit Fett, Protein, Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Vitaminen. Was die Mikronährstoffe betrifft, so weist Ziegenmilch ähnliche Konzentrationen auf wie Kuhmilch. Bezogen auf die Energie besitzt Ziegenmilch eine höhere Mineralstoffdichte (am meisten Mineralstoffe pro 100 kcal) als Kuh- oder Schafmilch.

Verdaulichkeit
Zuguterletzt beurteilen die Autoren auch die Verdaulichkeit der Ziegenmilch. Wie in Kuhmilch dominieren auch in Ziegenmilch die gesättigten Fettsäuren, gefolgt von den einfach ungesättigten Fettsäuren und einem geringen Anteil mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Der Hauptunterschied liegt in der Kettenlänge der Fettsäuren. Das Fett der Ziegenmilch zeichnet sich durch einen hohen Anteil an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren aus. Dies ist auf die mehr als doppelt so hohe Konzentration an Caprinsäure in der Milch zurückzuführen. Kurz- und mittelkettige Fettsäuren werden leichter absorbiert als die langkettigen und sind deshalb besser verdaulich.

Die Publikation kann gratis bezogen werden bei  ALP, Bibliothek, 1725 Posieux, Tel./FAX026 407 71 11/ 026 407 73 00 oder per E-Mail an info@alp.admin.ch. Ab einer Bestellung von 100 Exemplarenwerden  50 Exemplare. 20 Franken berechnet.


Adresse für Rückfragen

Karin Wehrmüller
Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux ALP
Schwarzenburgstrasse 161
3003 Bern
Tel: +41 (0)31 325 30 31
E-Mail: karin.wehrmueller@alp.admin.ch


Herausgeber

Bundesamt für Landwirtschaft
http://www.blw.admin.ch

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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