100 Franken mehr Lohn in St. Galler Tankstellenshops

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Per 1. Januar 2016 erhalten die Angestellten der Tankstellenshops im Kanton St. Gallen mehr Lohn: Die Sozialpartner haben sich auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 100 Franken für alle Mitarbeitenden geeinigt. Das haben sich die Angestellten für ihren harten Job mit den langen, unregelmässigen Arbeitszeiten mehr als verdient.

Für Angestellte mit Berufslehre im Detailhandel steigt der Monatslohn im kommenden Jahr um 2.6% auf 3875 Franken, für Ungelernte um 2.8% auf monatlich 3670 Franken (bei 13 Monatslöhnen). Im Stundenlohn bedeutet das 20.75 resp. 19.60 Franken. Letztes Jahr blieb eine Lohnerhöhung aus.

GAV mit Pioniercharakter

2004 hat St. Gallen als erster Kanton einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für Tankstellenshops eingeführt. Dieser ist allgemeinverbindlich, d.h. er gilt für alle Shops auf Kantonsgebiet. Kurze Zeit später folgten die Kantone Luzern und Freiburg. Zurzeit verhandeln die Sozialpartner, unter ihnen die Gewerkschaft Unia, einen nationalen GAV, der die Branche in der ganzen Schweiz noch besser schützen soll.

Harter Job, liefe Löhne

Die Arbeitsbedingungen sind in der ganzen Detailhandelsbranche unter Druck. Besonders prekär ist die Situation aber in den Tankstellenshops: Die Arbeitstage sind lang, die Einsätze unregelmässig, die Löhne nach wie vor tief. Problematisch ist auch, dass viele Shops im Franchising-System geführt werden und da verbindliche Mindeststandards fehlen. Nur ein GAV schützt die Angestellten vor der zunehmenden Liberalisierung im Detailhandel.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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