Genf und Echallens lehnen längere Ladenöffnungszeiten ab

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In zwei Referendumsabstimmungen bezeugen die Stimmberechtigten einmal mehr: Es braucht keine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Die Vorlage in Genf sah vor, die Läden an drei Sonntagen im Jahr sowie am 31. Dezember (Feiertag in Genf) zu öffnen und die Ladenöffnungszeiten am Samstag von 18 bis 19 Uhr zu verlängern. In Echallens stand eine Erweiterung bis 20 Uhr zur Abstimmung. Beide Vorlagen wurden verworfen.

Seit Jahren engagieren sich Verkäufer*innen gemeinsam mit der Unia gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Mit Erfolg, wie man heute sieht. Denn es scheint auch den Stimmberechtigten klar: Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten bringt nichts. Es wird keine einzige neue Stelle geschaffen. Vielmehr werden grosse Geschäfte gegenüber kleinen Läden begünstigt. Und jede Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten zieht eine stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Angestellten nach sich.

Branche auf- statt abwerten!

Die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten verschlechtert die Lebensqualität und die Gesundheit der Angestellten. Vielmehr braucht es Arbeitszeiten, die ein Sozialleben ermöglichen und nicht krank machen. Längerfristig braucht es eine Aufwertung des Detailhandels, etwa mittels genereller Lohnerhöhungen und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV) sowie eine Weiterbildungsoffensive.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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