Migros: Höhere Mindestlöhne, kein Teuerungsausgleich und keine generellen Lohnerhöhungen

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Die Migros erhöht für Berufseinsteiger*innen die Mindestlöhne. Neu beträgt der tiefste Mindestlohn 4100 Franken. Die Unia begrüsst das. Negativ ist hingegen, dass die Migros auf generelle Lohnerhöhungen verzichtet. Vielen langjährigen Angestellten bleibt damit am Ende von zwei aufreibenden Pandemiejahren nicht mehr als ein feuchter Händedruck. Seit Jahren fordert die Unia generelle Lohnerhöhungen bei der Migros.

Während der Pandemie erzielten die Migros und ihre Tochtergesellschaften Rekordumsätze. Der Gewinn erreichte 2020 schwindelerregende 1,76 Milliarden Franken. Gleichzeitig mussten die Angestellten unter widrigsten Umständen Höchstleistungen erbringen.

Was es nun bräuchte, wären Lohnerhöhungen für alle. Besonders, da die Teuerung derzeit stark anzieht. Im Oktober betrug sie 1,2 Prozent. Mit individuellen Erhöhungen zwischen 0,5 Prozent und 1 Prozent bleibt den meisten Angestellten also weniger im Portemonnaie als letztes Jahr.

Für die Geschäftsleitung der Migros ist das offensichtlich kein Problem. Sie verzichtet auch dieses Jahr auf generelle Lohnerhöhungen und will lediglich in Einzelfällen die Löhne nach oben anpassen. Anne Rubin, zuständig für den Detailhandel bei der Unia sagt dazu: «Was die Migros macht ist ein Affront für alle ihre Angestellten. Sie hätten alle eine Lohnerhöhung mehr als verdient.»

Auch andere Detailhändler sollen Mindestlöhne heben

Positiv hingegen ist, dass die Migros endlich ihre Mindestlöhne anhebt. Neu beträgt der tiefste Mindestlohn 4100 Franken; bis Ende März 2023 steigen zudem die Mindestlöhne für Gelernte auf 4200 Franken bis 4500 Franken. Die Unia begrüsst diese Schritte und wird sich weiter dafür einsetzen, dass die anderen grossen Detailhändler dem Beispiel der Migros folgen werden.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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