Tessin: Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten

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Die längeren Ladenöffnungszeiten im Tessin kommen vors Volk: Am 8. Mai hat die Unia das Referendum mit 10‘000 Unterschriften eingereicht. Sie will damit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für das Verkaufspersonal verhindern.

Gemäss Beschluss des Tessiner Grossrats sollen die Ladenöffnungszeiten im Südkanton werktags um eine halbe Stunde (bis 19 Uhr) und samstags um 1,5 Stunden (bis 18.30 Uhr) verlängert werden.  Für das Verkaufspersonal bedeutet das eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen, mehr flexible Arbeitszeiten und Arbeit auf Abruf.

Nur Grosse profitieren

Alle Untersuchungen zeigen zudem, dass längere Öffnungszeiten nicht die versprochenen Verbesserungen bringen. Sie nützen vor allem den Grossverteilern auf Kosten der kleinen Detaillisten und Fachgeschäfte. Sie leisten auch keinen Beitrag gegen den Einkaufstourismus ins Ausland, wie dies Befürworter immer wieder behaupten. Denn dieser entsteht wegen der grossen Preisdifferenz, nicht wegen der Öffnungszeiten.

Schon zweimal abgelehnt

Die Tessiner Stimmbevölkerung hat bereits zweimal längere Ladenöffnungszeiten abgelehnt, 1997 und 1999. Bleibt zu hoffen, dass sie auch diesmal Nein sagen zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Detailhandel.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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