Wie Gerüche ihr Geschäft beeinflussen können!

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Die „Olfaktorische Wahrnehmung“ oder, weit geläufiger bekannt, der Geruchssinn ist eines der am stärksten ausgeprägtesten Sinne beim Menschen. Er ist schon ab der Geburt weitgehend, bei uns Menschen, ausgeprägt. Bei dem Geruchssinn spricht man eigentlich von mehreren Wahrnehmungen. Denn nicht nur die Rezeptoren in der Nase sondern auch im Mund und Rachen nehmen Gerüche und Geschmäcker auf. Zusätzlich spricht man beim Geruchssinn auch von den nicht bewusst wahrgenommenen Gerüchen über das sogenannte Jacobson-Organ. Tief in unserem Unterbewusstsein sind Geruchsformeln hinterlegt, die automatisch und unterbewusst mit Gerüchen die wir wahrnehmen verglichen werden und dann automatische Reaktionen auslösen.

Eine Sinneswahrnehmung durch Jahrtausende geprägt

Der Geruchssinn ist deshalb bei uns Menschen so gut ausgeprägt, weil wir über Jahrtausende damit wichtige Sinneswahrnehmungen aufgenommen haben und das heute noch tun. Auch wenn es vielen nicht bewusst ist. So diente und dient der Geruchssinn bei der Nahrungsaufnahme. Schlecht riechende Speisen essen wir automatisch nicht. Früher konnten Menschen damit Nahrungsquellen aufspüren und prüfen ob sie reife genug sind oder bereits verdorben. Aber der Geruchssinn hat uns auch immer wieder vor Gefahrenquellen gewarnt – zum Beispiel vor wilden Tieren, die man riechen kann. Auch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Familie oder Klan wurde früher oft über den Geruch wahrgenommen. Und noch ein ganz wichtiger Punkt in der Betrachtung des Sinnesorgans ist die Partnerschaft. Der Geruch eines anderen Menschen bestimmt sehr häufig ganz intensiv darüber ob er unser Partner werden kann oder nicht. Nicht umsonst sagen manche Menschen „Den kann ich gut riechen“.

Das Erinnerungsvermögen über Gerüche ist stärker als unsere bewusste Wahrnehmung

Ab unserer Geburt nehmen wir Gerüche auf und verbinden diese mit Erlebnissen und Gefühlen. Unsere Mutter können wir noch nach Jahrzehnten anhand des Geruchs aus vielen anderen Menschen  herausfiltern. In unserem Gehirn werden Gerüche mit netten Menschen, guten Speisen oder anderen Erlebnissen verbunden. Wenn wir später etwas riechen, holt das Gehirn die Erfahrung schnell hervor und versorgt uns mit diesen Erfahrungswerten. Im Guten wie im Bösen. All das hat einen grossen Einfluss auf unsere Entscheidungen.

Neben der Grundschule, zu der ich als Kind ging, war eine Bäckerei. Der Bäcker wusste genau wie er uns den Mund wässrig machen und uns animieren konnte bei ihm etwas zu kaufen. Geschickt hatte er die Abluftöffnungen aus seinem Ofen auf unsere Schulhof gerichtet. Immer wenn wir Pause hatten, kam ein wunderbarer Geruch von frischen Brötchen, Brot und Brezeln zu uns herüber. Natürlich konnten wir nicht widerstehen und wenn wir genug Taschengeld hatten holten wir uns eine Leckerei. Der Bäcker verstand schon damals etwas von „Duft-Marketing“ obwohl er es wohl nie so genannt hätte. Was dabei eine grosse Rolle spielt ist, dass mir noch heute die Gedanken an eine frische Brezel auf dem Schulhof in den Sinn kommt, wenn ich irgendwo den Geruch von frisch gebackenem Brot rieche. So tief hat sich mir das in das Gehirn verankert. Und diesen Umstand kann man sich im Marketing, gerade im Detailhandel, zu Nutze machen.

Einige „Do’s and Don’ts“ des Duft-Marketing!

Bei Gerüchen kann man genau so viel falsch machen wie richtig. Hier ein paar Beispiele.

  • Eine Raucherecke am Eingang eines Wellness-Bades oder einem Restaurant ist ein totaler Fauxpas. Was schätzen Sie wie viele Menschen sich angeekelt fühlen und das Angebot nicht annehmen? In der Schweiz rauchen rund 32 % (USA 17.5 %) der Männer und 24 % (USA 13.5 %) der Frauen. Umgekehrt heisst dass, 68 % der Männer und 76 % der Frauen rauchen nicht. Die Chance, dass einer von den Nichtrauchern oder Nichtraucherinen vor ein Restaurant kommt und Rauch bzw. Gestank einatmen muss steht also 3 zu 1. Wollen Sie als Wirt auf 3 von 4 Kunden verzichten, nur weil die Kunden durch den Rauch bzw. Gestank zu Ihnen in das Lokal wollen und sich davon angeekelt fühlen? Viele Wirte glauben es liegt an anderen Dingen, dass keine Kunden zu ihnen kommen. Ich als Nichtraucher gehe erst gar nicht in Lokale in denen ich so begrüsst werde, egal was das Restaurant bietet. Übrigens auch wenn die Zigaretten-Kippen dann dort auch noch tagelang rumliegen.
  • Eine Metzgerei bei der Abfallgeruch aus den Kellerschächten vor dem Laden nach oben steigt ist auch nicht gerade förderlich für dauerhafte Kunden. Auch wenn Kunden den Geruch nur unterbewusst wahrnehmen verbinden sie den Gang zu dem einen Metzger mit einer negativen Erfahrung. Bemerkt der Inhaber das nicht und ändert nichts, kann er sich sicher sein, dass viele Kunden nicht wiederkommen. Einfach weil sie unterbewusst einen anderen Metzger bevorzugen – wegen des Geruchs.
  • Ein Möbelhaus das nach Chemikalien und Kunststoff riecht? Wie würden sie die Möbel, ohne sie gesehen zu haben, einstufen. Teuer oder billig? Es ist erwiesen, dass Möbel die nach Chemikalien oder Kunststoff riechen als billige Ware eingestuft werden. Selbst wenn das nicht wahr ist, nehmen die meisten Menschen das an. Auch in teuren Möbeln können Kunststoffteile vorkommen und müssen kein Anhaltspunkt dafür sein, dass das Möbel billig oder teuer ist. Der Kunde nimmt aber den Geruch wahr und entscheidet unterbewusst. Deshalb werden Ledersofas auch mit bestimmten Cremes eingerieben um den Ledergeruch zu verbreiten. Kunden glauben so, sogar bei Kunstleder, es wäre echtes Leder.
  • Im Automobilbau wird Duft-Marketing schon lange angewendet. Ein neues Auto das im Innenraum nach Klebstoff und Kunststoffteilen riecht, kann kein teures Auto sein. Also versehen Hersteller die Einzelteile mit Duftstoffen um einen angenehmeren Eindruck über den Geruch zu bekommen. Natürlich kann man diese Methode auch in seinem Ladenlokal anwenden.
  • Eine Arztpraxis sollten nach Arztpraxis riechen und nicht nach „duftenden“ Söckchen. Gerade Arztpraxen, die eine hohe Frequenz an Patienten haben, müssen vorsichtig sein. Schnell sammelt sich der Schweissgeruch und andere Ausdünstungen der Patienten in den Zimmern. Wer sich den ganzen Tag darin aufhält bemerkt den Geruch gar nicht mehr, denn er hat sich daran gewöhnt. Patient die gerade neu in die Praxisräume kommen, schlägt der Geruch manchmal förmlich ins Gesicht. Da steht ein Urteil über den Arzt schnell in einem falschen Licht im Raum.

Das hier, sind nur ein paar Beispiele in unserem Alltag, die den Einfluss von unangenehmen Gerüchen darstellen und ein Geschäft verhindern können. Hinterfragen sie sich immer wieder selber. Würde ich gerne in dieses Geschäft, Praxis oder Büro gehen? Wenn ich selber einkaufe, wo gehe ich gerne hin und wo nicht und warum? Liegt das vielleicht auch am Geruch? Wo habe ich mich unwohl gefühlt und warum?

Ein gutes Gegenmittel sind positive Düfte – bitte aber nicht zu viel!

Eine Möglichkeit mit gutem Geruch zu punkten, besteht darin, schlechte Gerüche zu eliminieren. Wie oben beschrieben. Leider geht das nicht immer. Zum Beispiel, wenn die Waren unangenehme Gerüche ausstrahlen. Oder wenn der Nachbar für unschöne Gerüche sorgt, die man nicht verhindern kann. Dann muss und sollte man mit positiven Düften gegensteuern. Aber auch das will gelernt sein. Denn zu viel des Guten ist auch nicht erstrebenswert. Es gibt viele Raumdüfte. Von den bekannten „Bäumchen“ aus Karton die man so im Auto verwendet über einfache Duftkerzen, Zerstäuber oder Duftlampen bei denen man die Flüssigkeit nachfüllen kann bis hin zu professionellen, elektrischen Beduftern. Wenn Sie ganz tief in die Materie einsteigen wollen, suchen sie im Internet nach Duftmarketing-Experten und lassen sich beraten. Oft beraten Sie die Hersteller von Beduftern auch ganz gut.

Gutes Lüften ist die Basis!

An erster Stelle steht aber auf jeden Fall das gute Lüften der Räume. Sorgen sie in ihren Verkaufsräumen, Büros oder Praxisräumen erst einmal für frische Luft. Lüften Sie die Räume regelmässig. Beauftragen Sie jemanden in ihrem Geschäft der das zu einer bestimmten Uhrzeit regelmässig macht oder erstellen sie sich eine Plan. Um 09:00 Uhr für 10 Minuten, um 12:00 Uhr für 10 Minuten, um 16:00 Uhr für 10 Minuten. Bennen Sie die Fenster oder Türen, die für eine bestimmte Zeit geöffnet werden sollen. Im Sommer vielleicht länger als im Winter. Wenn Sie es selber machen, dann erstellen Sie sich auch einen Plan.

Müll und Abfall müssen zügig entsorgt werden!

Sorgen Sie dafür, dass Müll und Abfall immer sehr schnell entsorgt wird. Gerüche von vergammelten Dingen organischer Art bekommt man sehr schlecht wieder aus den Räumen heraus. Sorgen Sie aber auch dafür, dass der Müll nicht nur auf den Hinterhof gestellt wird, denn dort stinkt er weiter. Verschliessen sie den Müll luftdicht, wenn Sie ihn in der Nähe lagern müssen.

Essensreste, kalter Geruch von Kaffee und Zigaretten, Gestank aus der Küche oder dem Aufenthaltsraum – ein No-Go!

In manchen Geschäften haben die Angestellten Vorrang vor den Kunden. Sie essen ihr Essen am Arbeitsplatz, da wo sie später die Kunden begrüssen. Selbst wenn man das Essen gegessen und die Reste entsorgt hat, bleibt der Geruch noch lange im Raum oder an den Büromöbeln haften. Jemand mit einer guten Nase riecht das noch eine halbe Stunde später. Das ist unangenehm und hinterlässt einen unguten und unprofessionellen Eindruck. Auch für Ihre Angestellten ist es gut, wenn sie zur Mittagspause die Räume verlassen und/oder andere Räume aufsuchen um dort zu essen. Gleiches gilt natürlich für Zigaretten-Geruch aus dem Aschenbecher oder Gestank aus der Küche oder Toilette. Lassen Sie ihre Räume gelegentlich von einer neutralen Person mit gutem Geruchssinn begehen und fragen ihn ob er/sie etwas gerochen hat und wenn ja was! Sie werden erstaunt sein, was er oder sie gerochen hat und Sie nicht. Das geht dann ihren Kunden auch so.

Stinkendes Personal stinkt zum Himmel

Ein absolutes „No-Go“ ist, wenn Personal stinkt. Egal ob nach Zigaretten, Schweiss oder der letzten durchzechten Nacht. Ich war kürzlich in einem Autohaus und wollte mich über ein bestimmtes Auto erkundigen. Der nette Herr der auf mich zu kam, stank so dermassen nach Zigaretten und „durchzockter“ Nacht, dass ich kein zwei Sätze mit ihm gewechselt und den Laden schleunigst verlassen habe. Dort gehe ich nie wieder hin, egal was für Angebote sie veröffentlichen. In anderen Geschäften habe ich es schon erlebt, dass eine Tür zum Innenhof immer offen stand, weil die Angestellten alle zehn  Minuten dort hin zum Rauchen gingen. Nicht nur das die Angestellten erbärmlich nach Zigaretten stanken, es zog auch immer ein kalter Geruch von Zigarettenkippen durch den Raum. Das ist nur für die wenige Raucher zumutbar, wenn überhaupt. Alle anderen schreckt das ab und sie kommen ungerne wieder. Sorgen Sie auch dafür, dass Ihr Verkaufspersonal auf Hygiene achtet und sich regelmässig wäscht und frische Sachen anzieht. Es gibt nichts schlimmeres als Menschen gegenüber zu stehen die so riechen als ob sie eine Woche nicht mehr geduscht hätten.

Seien Sie sensibler, was Gerüche angeht.

 

 

 

 

 

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