Arbeitsmarkt erholt sich im Juni weiter vom Corona-Schock

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  • Ende Juni waren 131’821 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 11’145 weniger als im Mai. Die Quote sank von 3.1 auf 2.8 Prozent.
  • Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist keine Überraschung, fiel aber noch etwas stärker aus als erwartet. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einer Quote zwischen 2.9 und 3.0 Prozent gerechnet.
  • Im Vergleich zum Juni 2020 waren 12.3 Prozent weniger Menschen bei den RAV registriert. Das teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) heute Donnerstag mit.

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, ist sehr zufrieden mit der Entwicklung, wir er im Interview mit Radio SRF erklärt. «Wir haben einen sehr kräftigen Rückgang sowohl bei der Arbeitslosigkeit als auch bei der Zahl der Stellensuchenden», sagt er in Hinblick auf die Situation im Juni 2021. Sehr erfreulich sei auch, dass die Nutzung der Kurzarbeitsentschädigung deutlich zurückgehe. Damit setze sich die positive Situation, wie man sie in den letzten zwei, drei Monaten habe beobachten können, verstärkt fort.

Die Kurzarbeit, mit der die negativen Corona-Effekte während der Krise abgefedert wurden, zog zu Beginn des Jahres wegen den vom Bund im zweiten Corona-Lockdown ergriffenen Massnahmen im Januar und Februar wieder an. Nach dem Rückgang im März ging die Kurzarbeit im April, zu dem nun aktuelle Zahlen vorliegen, erneut zurück. In diesem Monat waren 304’284 Personen von Kurzarbeit betroffen, das waren knapp 11 Prozent weniger als im Monat davor.

Saisonale Gründe spielen mit

Beim aktuellen Rückgang dürften zwar auch saisonale Gründe mitgespielt haben, da im Frühling vor allem die Aktivität auf dem Bau anzieht und dort vermehrt Arbeitskräfte gesucht werden. Allerdings ist auch die um saisonale Effekte bereinigte Arbeitslosenquote von 3.2 auf 3.1 Prozent etwas gesunken, indes weniger stark als prognostiziert.

Die Erholung findet auf breiter Front statt.
Boris Zürcher Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco

Somit erholt sich der Arbeitsmarkt weiter vom Corona-Schock. Bis im Januar war die nicht bereinigte Arbeitslosenquote auf 3.7 Prozent geklettert, nachdem sie vor Ausbruch der Corona-Pandemie zeitweise auf bis zu 2.1 Prozent gesunken war. Im Juni 2020 hatte die Quote im Zuge des ersten harten Lockdowns in der Schweiz bei 3.2 Prozent gelegen, also klar über dem aktuellen Niveau.

Mehr offene Stellen

Ein weiterer Beleg für den besseren Zustand des Arbeitsmarktes ist die Zahl der offenen Stellen. Diese erhöhte sich im Juni um 5462 auf 60’717 weiter. Davon unterlagen 45’580 der im Juli 2018 eingeführten Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von 5 Prozent und mehr.

«Die Erholung findet auf breiter Front statt», sagt Boris Zürcher vom Seco. Alle Branchen, alle Kantone, alle Alterskategorien würden einen Rückgang verzeichnen. Dass die Öffnungsschritte schneller kamen, als erwartet, und der spürbare Trend hin zur Normalisierung stimmen Zürcher zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung auch im Rest des Jahres fortsetzt.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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