Frankreich besiegt: So reagiert der Marktwert der Nati-Spieler

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Exorbitant hohe Ablösesummen, Löhne in Millionenhöhe: In der Welt des Fussballs scheinen die Beträge nach oben keine Grenzen zu kennen. Das zeigt alleine der Blick auf das Spiel zwischen der Schweiz und Frankreich. Zusammen sind das Schweizer Team (288 Millionen) und die französische Equipe (1.03 Milliarden) sagenhafte 1.3 Milliarden Euro wert. Und das ist eigentlich eine überholte Momentaufnahme.

Gerade der Marktwert der Schweizer Ballkünstler dürfte sich nach diesem Exploit gegen das Starensemble aus Frankreich nur in eine Richtung bewegen: nach oben. Einer, der den Markt bestens kennt, ist Franco Moretti, Spielerberater bei IFM (International Football Management).

Ein Spiel für die Geschichtsbücher

Am Montag war Moretti für das Achtelfinale vor Ort in Bukarest: «Ich habe schon viele Spiele mitverfolgen dürfen, aber so etwas habe ich selber auch noch nie gesehen. An Spannung war das nicht zu überbieten – ein sensationeller Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft.»

Moretti war nicht nur als Fan angereist: Gleich mehrere seiner Schützlinge standen auf dem Grün im Bukarester Nationalstadion. Yann Sommer, Nico Elvedi und Manuel Akanji spielten von Beginn weg – und brillierten. Auch Rubén Vargas, den Moretti in Zusammenarbeit mit einem Spielerberater vom «Team bbc» betreut, wusste nach seiner Einwechslung zu überzeugen. Moretti frohlockt: «Das ist natürlich eine positive Sache für die Karriere dieser Spieler, die sich so auch in den Fokus rücken können.»

Marktwerte – Eine eigene Wissenschaft

Im Fokus zu sein, ruft neue Interessenten auf den Plan. Und grösseres Interesse bedeutet in der Regel eine Wertsteigerung der Spieler. Wie sich dieser Sieg gegen Frankreich im Detail auf den Marktwert der Spieler auswirken wird, sei aber nicht so einfach abzuschätzen: «Es gibt kein Handbuch, in dem man nachschlagen kann, was beispielsweise Manuel Akanji für einen Wert hat. Aber Alter, Position und Vertragslaufzeit sind Indikatoren, die so einen Marktwert mitbestimmen», so Moretti.

Auf der Internetseite transfermarkt.ch findet sich dennoch eine Auflistung der Marktwerte aller Spieler. Dieser wird im Austausch mit Usern und Experten ermittelt.

Mit Blick auf die zehn wertvollsten Fussballer der Welt lassen sich die Mechanismen auf dem Fussballmarkt gut ableiten: je jünger, desto wertvoller. Im Schnitt sind die hellsten Sterne am Fussballhimmel 25.5 Jahre alt. Zudem sind alle in der Offensiven zu Hause.

Schweizer sind keine in diesem auserwählten Kreis. Doch die Spieler der Schweiz haben gezeigt, dass in der Realität andere Dinge wichtiger sind als eine hohe Bewertung auf einem Internet-Portal.

Moretti sah Spieler, die Verantwortung übernommen haben. «Das ist ein wichtiges Attribut, das diese Spieler an den Tag gelegt haben: Verantwortung übernehmen. Das zeigt ihre Mentalität und wird gesucht von den Fussballvereinen.»

Die EM als Karriereschub?

Im Unterschied zu früher spielen viele Schweizer heute schon im Ausland. Ob in der Bundesliga, der Premier League oder der französischen Ligue 1, überall sind die Nati-Stars vertreten.

Einen Exodus aus der heimischen Liga, wie ihn Griechenland nach dem EM-Sieg 2004 erlebt hat, werde es daher nicht geben, erklärt Moretti. Aber: «Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass man so einen Erfolg in diesem oder im nächsten Transferfenster kapitalisieren kann.»

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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