Gewitterstürme verursachen Schäden in Millionenhöhe

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Entwurzelte Bäume auf der Strasse, abgedeckte Dächer, überschwemmte Keller und Schwemmgut auf der Strasse. Die Sommergewitter hinterlassen im Kanton Zürich grosse Verwüstungen.

Das widerspiegelt sich auch in den Zahlen der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ). Bislang sind dort rund 300 Schadensmeldungen eingegangen – jede Minute werden es mehr. Ersten Schätzungen zufolge könnte die Zahl auf rund 2000 steigen.

Vorgehen im Schadenfall


Schäden sind der GVZ schnellstmöglich zu melden: Mit dem Online-Schadenformular oder unter www.gvz.ch → Schaden melden oder telefonisch an die GVZ-Schaden-Hotline 0800 442 442 (kostenlos, 7 Tage, 24 Stunden).

Bevor mit der Umsetzung von Not- und Sofortmassnahmen begonnen wird, sollte der Schaden unbedingt dokumentiert werden. Es empfiehlt sich, Fotos von Schadenereignis und Schäden zu erstellen. Ausser den nötigen Sofortmassnahmen sollten keine Veränderungen, welche die Schadenabklärung erschweren könnten, vorgenommen werden. Und beschädigte Gebäudeteile und Einrichtungen sollten erst nach der Schadenbeurteilung respektive Schadenbesichtigung durch die GVZ entsorgt werden.

Für Martin Kull, Leiter Bereich Versicherungen bei der GVZ, ist das alles andere als Alltag: «Wir reden hier von einem Ereignis, welches wir das letzte Mal vor etwa zehn Jahren hatten. Das ist schon etwas Besonderes.» Alleine in der Periode vom 18. Juni bis Montagabend seien schätzungsweise 40 Millionen Franken Schaden durch Unwetter entstanden.

Triage und Aushilfspersonal

Die ausserordentlich hohe Anzahl an Schadensmeldungen stellt die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich vor eine grosse Herausforderung.

Zur Bewältigung brauche es eine Triage. Priorisiert werden Meldungen, bei denen weitere Schäden drohten. Das seien beispielsweise Dächer mit Löchern oder solche die ganz abgedeckt wurden. Ausserdem sagt Martin Kull: «Dieses Mal haben wir eine gehäufte Anzahl an Bäumen, die umgestürzt sind auf Häuser. Wenn wir so eine Meldung sehen, ist für uns klar, dass diese sehr rasch bearbeitet wird.»

Alleine gestern wurden 2000 Schadensmeldungen registriert
Aus News-Clip vom 13.07.2021.

Die schnelle Abwicklung erfordert Flexibilität: «Unsere Schaden-Crew können wir bei solch aussergewöhnlichen Ereignissen ausbauen. Mitarbeiter, die sonst nicht in der Schadensabteilung arbeiten, werden hinzugezogen. Zudem haben wir ehemalige Schadenexperten, die uns unterstützen.»

Geduld ist angesagt

Trotz diesen Anstrengungen seitens der GVZ werden sich die Versicherten wohl in Geduld üben müssen. Wie schnell die Auszahlungen erfolgen, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab. Der Erfahrungswert zeige: Bei solchen Ereignissen seien nach drei bis vier Monaten rund 80 Prozent der Fälle bewältigt.

Trotz des aussergewöhnlichen Ereignisses könne aber auf eine Prämienerhöhung verzichtet werden. Die GVZ sei genügend gut kapitalisiert.

Über den Autor

Gordian Hense
Journalist, Mitglied im Verband Europäischer Fachjournalisten.

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